Freisinger Projekt Wald-ArtWild wird gestört

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Ausschuss verweigert Standort von Wohnwagen die Zustimmung

Auf einer Lichtung bei Zurnhausen-Edenhofen sollte Kindern mit dem Projekt Wald-Art die Natur spielerisch näher gebracht werden. Ein Wohnwagen, der mit Holzbrettern verkleidet ist und ein wenig an ein Tiny-House erinnert, stand dort bereits - allerdings ohne Baugenehmigung. Der städtische Planungsausschuss entschied nun, dass er dort nicht bleiben kann und lehnte den eingereichten Bauantrag ab. Die Stadt will nun bei der Suche nach einem anderen geeigneten Standort helfen.

Das Wald-Art-Konzept sieht vor, dass sich eine Gruppe von zehn Kindern jeweils drei Stunden in der Woche am Lagerplatz trifft. Die Mädchen und Buben sollen den Wald in der unmittelbaren Umgebung erkunden, vermittelt werden sollen Tier-, Baum- und Pflanzenkunde, die Orientierung im Wald und das Herstellen von Werkzeugen. Bei Bedarf soll eine zweite Gruppe angeboten werden. Zwei Pädagoginnen sind dabei.

Solche Vorhaben im Außenbereich könnten im Einzelfall zugelassen werden, heißt es dazu in der Stellungnahme der Stadt. Allerdings dürften dabei "öffentliche Belange" nicht beeinträchtigt werden, das aber ist nach dem Urteil der Stadt der Fall. Zum einen befindet sich in dem Bereich ein Bodendenkmal, die Denkmalschützer lehnen das Vorhaben deshalb ab. Dagegen sprach sich auch die Jagdbehörde aus. Das Waldstück liegt im Jagdrevier Tüntenhausen und ist an eine Jägerin verpachtet. Neben Äsungsflächen gebe es dort Rückzugsorte für das Rehwild. Durch die Kinderbetreuung würden die Tiere gestört und wichen an andere Stellen aus, wo es dann zu Verbissschäden kommen könne, heißt es. Zudem gebe es in dem Wald Wildschweine. Um ihren Nachwuchs zu schützen, könnten sie sich Menschen gegenüber sehr aggressiv verhalten. Robert Weller (FW) sagte, er sei "ein großer Fan von Waldkindergärten". Er würde sich freuen, wenn das Projekt an anderer Stelle realisiert werden könnte, weil am Standort bei Zurnhausen das Wild verdrängt werde. Man könne den Wagen nicht einfach so dahin stellen. Seine Stadtratskollegen sahen dies genauso.

© SZ vom 29.05.2021 / psc - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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