Freisinger Profi Fabian Lang Skaten ist seine Leidenschaft

Der heute 29-jährige Fabian Lang stand schon als zehnjähriger Bub auf einem Board. Einige Jahre lang verdiente er seinen Lebensunterhalt bei Contests. Inzwischen dreht er überwiegend Videos und wirbt für die Sportart, die für ihn grenzenlose Freiheit bedeutet.

Von Laura Dahmer, Freising

"Beim Skaten gibt es keine Grenzen, kein vorgegebenes Spielfeld. Unser Spielfeld ist die Welt", so fasst Fabian Lang seine Leidenschaft in Worte. "Du bist den ganzen Tag mit deinen Freunden draußen in der Stadt unterwegs - für mich gibt es keinen Sport, der so ein Komplettpaket bietet." Der Freisinger ist Profiskater, auch wenn er mittlerweile nicht mehr nur vom Sport lebt. "Eine Zeit lang habe ich das, aber Skaten ist eben nicht die Formel 1. Da warten nicht die großen Verträge und das große Geld", stellt Lang fest. Traurig ist er darüber nicht, der 29-Jährige arbeitet heute freiberuflich in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, vor allem im "Skateboardbusiness", wie er es nennt.

Seine Geschichte, so sagt er, ist die klassische eines jeden Skaterjungen, der um die 2000er angefangen hat. "Genau da kam das Videospiel ,Tony Hawks Skateboarding', mit dem man auch Zuhause tricksen konnte", erklärt Lang schmunzelnd. Außerdem haben einige seiner Freunde Boards gehabt, als damals 10-jähriger Junge wollte er dann natürlich auch eins. Und: Freising hatte schon lange einen Skatepark und, wie der 29-Jährige sagt, "eine gute Szene mit viel Talent". "Es gab schon eine Generation vor uns, die uns mitgerissen hat. Bei der wir gesehen haben, was mit dem Skateboard möglich ist", erinnert sich Lang zurück.

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Schnell nahm Lang an Wettbewerben in ganz Deutschland teil

Schnell merkte der Freisinger, dass er Talent zum Skaten hat. Dazu kam der Ehrgeiz aus seinen vorher getriebenen Sportarten, Fußball und Leichtathletik. "Dort kannte ich dieses ,Höher, schneller, weiter', was es beim Skaten nicht so gibt." Als Lang etwa 13 Jahre alt war, wurde der damals in Freising ansässige Skateshop "Next Level" auf ihn aufmerksam und versorgte ihn mit Ausrüstung. Von da an wurde es zum Selbstläufer: "Ich bin über die Region hinaus bekannt geworden, bin bei Contests in ganz Deutschland mitgefahren", erinnert sich der Skater. Da begann für Lang die Zeit, in der er vom Skaten leben konnte. "Grundsätzlich gibt es zwei Wege, beim Skaten gesponsert zu werden: Über Contests oder über Videos und Fotos für Magazine. Früher bin ich viel und gut Contests gefahren, dann habe ich die Lust daran verloren. Heute mache ich mehr Videos", erzählt Lang. Zu seinen Hochzeiten stand er täglich drei bis vier Stunden auf dem Board, und das fünf bis sechs Mal die Woche. "Heute geht das nicht mehr, aber solang mein Körper es erlaubt, möchte ich skaten, solange ich kann."

Er hat die stückweise Entwicklung einer Lebensart hin zu einem Sport miterleben können. Nach wie vor könne man Skaten aber nicht mit den traditionellen Sportarten vergleichen: "Skaten ist gerade mal 60 Jahre alt. Gegen Fußball oder so ist das ja gar kein Vergleich." Mittlerweile sei das Skaten auch schon mehr "versportlicht", es gibt Wettbewerbe, größere Sponsorenverträge, 2020 wird es olympisch. Was es immer noch sehr wenig gibt, sind Vereinsstrukturen. "Das spiegelt nicht so richtig wider, wie wir leben. Beim Skaten gibt es keine festen Trainingszeiten, wöchentliche Spiele, Verpflichtungen. Jeder geht skaten, wann er Bock hat."

Lang ist der Meinung, man sollte den Weg über Vereine trotzdem nutzen, er selbst ist im Vereinsvorstand von Skateboarding München. "Gerade dadurch, dass nach und nach so etwas wie Olympia dazukommt, sollten wir zusehen, dass wir Skater uns ordentlich repräsentieren können. Und das nicht anderen überlassen." Denn nicht alle Skater freuen sich über die Entwicklung ihrer Leidenschaft: "Es gab schon immer die Gegenbewegung, die diesen Trend nicht will. Aber wer weiß, vielleicht hat es das beim Fußball früher auch gegeben - die Straßenkicker, die sich dagegen gewehrt haben", überlegt Lang und lacht. In welche Richtung sich das Skaten in Zukunft weiterentwickeln wird, steht für ihn deshalb offen.

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