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Freisinger Nachtleben:Nur ein bisschen Nightlife

Während der "Furtner" wieder auf hat, steht im Nachtcafé alles still. Das wird wohl auch noch länger so bleiben

Von Nachtleben kann man zwar noch nicht reden, was die Bars und Kneipen in Freising betrifft. Doch ansatzweise bemerkt man am Abend wieder so etwas wie Leben in der Stadt. Lokale, in denen auch Speisen angeboten werden, dürfen seit dem 25. Mai bis um 22 Uhr geöffnet haben, unter Einhaltung von strengen Hygiene-Auflagen. Die gelten zum Beispiel auch für den Furtnerbräu. Vom Servicepersonal wird einem ein Tisch zugewiesen, der in ausreichendem Abstand zum Nachbarn positioniert ist. Der Mund- und Nasenschutz ist immer zu tragen, außer am Tisch. Sitzen dürfen dort nur maximal zwei Haushalte und, so liest es sich auf dem FB-Account des beliebten Lokals in der Freisinger Innenstadt, "stark alkoholisierte Personen werden nicht bewirtet". Um 22 Uhr muss Schluss sein mit dem Vergnügen, was jetzt zum Beispiel Max Riemensberger, Betreiber des Nachtcafés, nichts nützt. "Wir machen doch erst um 22 Uhr auf", erzählt er. "Auch wenn ich früher öffnen würde, würde das nichts bringen", klagt er weiter. Er habe sein Lokal erst im vergangenen Jahr komplett umgebaut. Jetzt sei das Nachtcafé ein reiner Clubbetrieb, in dem es auch nichts mehr zu essen gebe wie früher. "Bei uns stehen die Leute, da können wir keine Tische hinstellen. Als wir umgebaut haben, hat keiner gewusst, dass Corona kommt. Wir haben dafür eine sechsstelligen Betrag investiert und rückgängig machen können wir das nicht mehr." Die große Küche, die gebe es zwar noch in der benachbarten Luitpoldhalle, aber auch dort finde derzeit nichts statt. Das Volksfest ist abgesagt worden, auf die Einnahmen aus dem Weinhallenbetrieb muss Riemensberger also verzichten.

Als reiner Restaurantbetrieb habe man es da einfacher. Doch viele Lokale brauchten auch einen entsprechenden Besucherandrang, um die Kosten zu decken. "Das wird für viele noch eine harte Probe", prophezeit Riemensberger. Er selbst wisse nicht, wie lange er diesen kompletten Einnahmeausfall noch durchhalten könne. Bei der Pacht seien ihm die Brauerei und die Stadt Freising entgegengekommen. "Ich habe mich jetzt auch mal auf den Worst Case eingestellt, bis zum Jahresende geht nichts mehr, ich wäre happy, wenn es nicht so lange dauern würde." Sein Personal habe er in Kurzarbeit geschickt. Wie lange das dauere, wisse er nicht. Für den Bereich der Gastronomie könne das ja keiner sagen. "Die Clubbetreiber waren die Ersten, die zusperren mussten und werden wohl die Letzten sein, die wieder aufmachen dürfen."

© SZ vom 30.05.2020

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