Weil der Umwelttag der Stadt Freising heuer Corona-bedingt ausfällt, haben sich Umweltreferent Manfred Drobny und das Amt für Stadtplanung und Umwelt als Alternative eine Mitmach-Aktion über einen längeren Zeitraum ausgedacht. Unter dem Motto "Übers Jahr viel los im Moos" veranstaltet die Stadt einen Wettbewerb, "der das Freisinger Moos im Spiegel der Jahreszeiten in den Blickpunkt rückt und dabei die Bedeutung von Klima- und Naturschutz in diesem wertvollen Gebiet verdeutlicht", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Teilnehmen dürfen Freisingerinnen und Freisinger sowie alle Schülerinnen und Schüler und Studierenden der Freisinger Hochschulen.
Von 1. Juni bis 15. März können Kinder bis zwölf Jahre Mal- und Bastelarbeiten sowie Jugendliche und Erwachsene Foto- und Filmarbeiten einreichen und dabei Flora, Fauna und Landschaft des Freisinger Mooses zu unterschiedlichen Jahreszeiten entdecken. Der lange Zeitraum soll gewährleisten, dass sich die Aktivitäten und Exkursionen der Teilnehmenden nicht nur auf eine kurze Zeitspanne oder bestimmte Jahreszeit beschränken müssen. Regulär finden die Umwelttage alle zwei Jahre statt. Sie sollen für den Schutz der Natur und der Umwelt in allen Facetten informieren, sensibilisieren und zum Mitmachen anregen. 2019 war das Thema "Insektenvielfalt - Freising blüht auf".
Der Schwerpunkt auf das Freisinger Moos soll einstimmen auf die Umwelttage 2022, die sich mit der Bedeutung dieser Region für Mensch, Natur und Klima beschäftigen. Dann werden die eingereichten und prämierten Wettbewerbsarbeiten ausgestellt. Zu gewinnen gibt es beispielsweise eine organisierte Bootstour auf der Moosach durch das Freisinger Moos oder eine geführte Exkursion mit dem Radl und zu Fuß zu Geheimnissen des Mooses. Den Abschluss der jeweiligen Entdeckungstour bildet ein Picknick oder ein Essen in einem Bio-Restaurant.
Das Freisinger Moos ist eines der größten, noch erhaltenen Niedermoorgebiete Bayerns mit einer Fläche von etwa 3000 Hektar und seinen Teilgebieten Sünzhauser Moos, Echinger Gfild, Bachinger Moos, Parzen- und Hackengründe. Im Nordwesten grenzt es direkt an die tertiäre Hügelkette entlang der Staatsstraße St 2339 (Freising - Giggenhausen). Die Moosach und zahlreiche kleinere Bäche durchfließen das Moos. Geologisch ist es Bestandteil der Münchner Schotterebene.
Vor gut hundert Jahren begannen Menschen, das Gebiet zu nutzen. Sie entwässerten es und bauten Torf ab, meist als Brennstoff für Freisinger Brauereien. Später nutzte man die Flächen als Kuhweiden und Wiesen. Trotz massiver Eingriffe in den Wasserhaushalt ist der Moos-Charakter aber noch weitgehend erhalten. Großflächige Wiesen, kleine Torfstiche, Streuwiesen, Nass- und Feuchtwiesen prägen die Landschaft und bieten Lebensraum für die facettenreiche niedermoortypische Flora und Fauna. Auch stark gefährdete Arten wie der Große Brachvogel, der Kiebitz oder vielerlei Orchideen kommen hier vor; dadurch hat das Freisinger Moos als Lebensraum landesweite Bedeutung.
Im nördlichen Bereich des Freisinger Mooses befindet sich das Trinkwasserschutzgebiet der Stadt Freising. Die Stadt plant die Erhaltung und Renaturierung der Region "Freisinger Moos" zwischen westlicher Stadtgrenze/Vötting, Pulling, Neufahrn und Giggenhausen. Es soll in seiner Funktion als Schutzraum für besondere Tier- und Pflanzenarten, zur Wasserspeicherung und -regulierung und zur CO₂-Bindung wiederhergestellt und weiter ausgebaut werden.
Infos zum Wettbewerb und zur Anmeldung unter www.freising.de/leben-wohnen/natur-umwelt