bedeckt München 20°

Freisinger Krankenhaus:Defizit von 1,9 Millionen

Das Freisinger Klinikum bleibt eine Baustelle. Derzeit laufen Vorbereitungen für den Bauabschnitt 4, dem Flachbau rechts vom Krankenhaus.

(Foto: Marco Einfeldt)

Im Klinikum sind 2019 mehr Patienten behandelt worden als im Vorjahr. Doch die rückläufigen Casemix-Punkte, die Auskunft über die Schwere der Fälle geben, drücken auf das Ergebnis

Auf 1,9 Millionen Euro beläuft sich in diesem Jahr das Defizit des Freisinger Klinikums. Das hat Geschäftsführer Andreas Holzner in der letzten Kreistagssitzung dieses Jahres bekanntgegeben. Was die Patientenzahlen anbelangt, ist im vergleich zum Vorjahr ein Aufwärtstrend erkennbar. Mehr als 19 000 Menschen wurden im Klinikum 2019 behandelt, über 20 000 ambulant. Das sind mehr als im Jahr zuvor. Was auf das Ergebnis drückt, sind aber die rückläufigen Casemix-Punkte. Dieser Wert gibt Aufschluss über den Schweregrad der Patientenfälle, die direkte Auswirkungen auf die Einnahmen des Krankenhauses haben.

Die Verweildauer der Patienten bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 4,9 Tagen. Was die Geburten anbelangt, legt das Klinikum um 40 Neugeborene zu. 945 Säuglinge waren es 2018, in diesem Jahr 985. Das bedeutet einen Anstieg um vier Prozent. Obwohl die Zahl der Beschäftigten leicht angestiegen ist, klagte Holzner über Fachkräftemangel im Klinikum. Die Folge davon ist, dass 33 Betten im Krankenhaus gesperrt sind, was natürlich auch auf das Jahresergebnis drückt. Allein auf der Intensivpflegestation könnten aufgrund des Personalmangels nur zehn von 16 Betten belegt werden, sagte der Geschäftsführer des Klinikums. Maßgeblich für die Bettenbelegung ist die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung. Was das Pflegepersonal anbelangt, will sich das Klinikum um zehn Vollzeitkräfte aus Tunesien und den Philippinen bemühen.

Eine Erstversorgung sei grundsätzlich immer möglich, beantwortete Holzner eine Nachfrage von Angelika Werner-Ripperger (Grüne). Der Personalmangel führe aber dazu, dass Rettungswagen Krankenhäuser nicht mehr anfahren könnten. Wenn es dumm laufe, müssten Patienten bis nach Ingolstadt oder Traunstein gefahren werden, beschrieb Holzner die Situation. Derzeit werde die Gründung einer eigenen Schule für Krankenpflegehilfe vorbereitet, sagte Holzner im Hinblick auf das Jahr 2020. Für dieses rechnet er "konservativ" wiederum mit einem Defizit, das bei 600 000 Euro liegen soll. Verantwortlich dafür werden unter anderem Steigerungen bei den Personalkosten sein.

"Große Baumaßnahmen stehen an", verkündeten sowohl Holzner im Kreistag als auch Landrat Josef Hauner (CSU) bei der Pressekonferenz zum Jahresabschluss. Da ist zum einen der Mastplan, den der Landkreis Freising als Träger des Klinikums in den kommenden Jahren umsetzen will. Der beinhaltet günstige Wohnungen für das Personal, um im Großraum München konkurrenzfähig zu bleiben. Eine Tiefgarage soll ebenso entstehen wie eine Tagesstätte für die Kinder der Beschäftigten. Kosten für diese Baumaßnahmen stehen noch nicht fest.

Bis Ende 2020 soll der Antrag für Baumaßnahmen im Bauabschnitt 4 im rechten Flügel des Klinikums stehen. 7,6 Prozent der Kosten dafür werden gefördert. Holzner berichtete im Kreistag, dass Computertomografie und Magnetresonanztomografie ins Klinikum integriert werden sollen. Der Bedarf steige, sagte Holzner. Das Klinikum werde diese Geräte selbst anschaffen.

Sehr gut laufe das Medizinische Versorgungszentrum, sagte Holzner. Dies war zum 1. Oktober in Betrieb gegangen. Mehr als 100 Patienten hätten seitdem eine ambulante Versorgung zu einer Schmerztherapie nachgefragt.

© SZ vom 20.12.2019

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite