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Freisinger Köpfe:Zauberer aus Leidenschaft

(Foto: Marco Einfeldt)

Mit 40 Jahren wechselte Werner Link von der IT-Welt auf die Bühne.

Der Lebenslauf von Werner Link ist stringent - zumindest bis zu seinem 41. Geburtstag. In jenem Jahr aber gab er seinen gut dotierten Job bei einer Münchner IT-Firma auf und machte sich als Zauberer selbständig. Bei der Frage, ob dieser Schritt einer Midlife-Krise geschuldet war, lacht der 56-Jährige erst einmal. Und verneint sie dann. "Das war nicht der Grund", sagt Link. "Ich habe mir aber die Frage gestellt, was ich noch mit meinem Leben machen will." Sein damaliger Job sei sehr zeit- und arbeitsintensiv gewesen, habe ihn aber nicht mehr wirklich erfüllt. Die Zauberei dagegen habe sein Herz erfüllt, sei seine Leidenschaft, "das hat mich wahnsinnig gereizt".

Er habe aber gewusst, dass er - wenn überhaupt - spätestens in seinem 40. Lebensjahr etwas verändern müsse, erzählt Link. Zunächst reduzierte er nur seine Arbeitszeit und zauberte nebenbei, 2005 aber, kurz vor seinem 41. Geburtstag, kündigte er und setzte alles auf die Karte Zauberei. "Ich hatte einfach das Urvertrauen, dass es klappt." Und das tat es auch: Los ging es bei Kindergeburtstagen, später dann hatte er mit seiner Familie Auftritte als Gaukler - und seit gut fünf Jahren zaubert er vor allem bei Firmenevents, Hochzeiten und anderen Veranstaltungen.

Das weltweit agierende BNI-Unternehmernetzwerk entdeckte Link im Jahre 2019. Die Münchner Gruppe lud ihn damals zu einem Treffen ein, bei dem es um die Eventbranche ging. Link fuhr hin und war eher skeptisch. "Danach aber war ich von der Grundstimmung total begeistert, dort herrschte eine unglaublich offene und positive Einstellung", schwärmt er. Der Teamspirit habe ihn überzeugt, er wurde dann bald Mitglied bei der Freisinger Gruppe. Inzwischen ist Link dort Trainingskoordinator und wird im April für ein Jahr die Gruppe als Direktor leiten.

Werner Link wurde in Freising geboren, hier ist er auch verwurzelt, sagt er. Nach der Mittleren Reife absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in München. Dort besuchte er später die Berufsoberschule, um sein Fachabitur zu machen und arbeitete viele Jahre lang in zwei großen IT-Firmen. Die meiste Zeit aber wohnte er dennoch in Freising, "hier ist mein Lebensmittelpunkt". Das liege auch an seiner anderen Leidenschaft, dem Basketball. Link spielte nämlich nicht nur viele Jahre lang selbst, sondern er war auch 13 Jahre lang Abteilungsleiter für Basketball beim TSV Jahn Freising.

© SZ vom 08.03.2021 / regu
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