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Freisinger Köpfe:Von der Musik zur Tierheilkunde

Lucinde Haeselbarth sorgt sich um die medial stark abgelenkte Jugend

Musiklehrerin und Tierheilpraktikerin Lucinde Haeselbart.

(Foto: Marco Einfeldt)

Lucinde Haeselbarth ist Musiklehrerin und Tierheilpraktikerin, lebt mit zwei Pferden, zwei Eseln, vier Schafen und ihrem Hund in Oberappersdorf und verzichtet auf einen Internetanschluss und auf ein Smartphone. Aufgewachsen ist die heute 58-Jährige teilweise in Südafrika, wo ihr Vater als Insektenforscher arbeitete. Nach einem kurzen Umweg über ein Mathematikstudium verwirklichte Haeselbarth ihren Traum und studierte Instrumentalmusik in Augsburg, bevor sie schließlich am Mozarteum in Salzburg ihr Konzertdiplom im Fach Querflöte ablegte.

Jahrelang spielte sie anschließend als Soloflötistin am Stadttheater Ingolstadt, dann zwang sie jedoch eine falsche Behandlung ihrer Halswirbelsäule, aufzuhören und sich vollkommen neu zu orientieren.

Drei Jahre lang studierte sie schließlich Tierheilpraktiker und machte sich dann mit ihrer Praxis selbständig. Neben den Tieren liegen ihr ihre Musikschüler am Herzen, denn Haeselbarth musste zwar ihre Karriere als Solomusikerin aufgeben, unterrichtet jedoch seit 25 Jahren Querflöte am Camerloher Gymnasium.

Um die Jugend macht sich die Musikerin große Sorgen, denn viele Jugendliche seien inzwischen so tief in ihre virtuelle Welten eingetaucht, dass sie oft nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden könnten. Außerdem lasse das Schulsystem den jungen Menschen immer weniger Freiheiten, ist die Pädagogin überzeugt. Für sie sei es immer noch wunderbar, ihren Schülern im Einzelunterricht und im Ensemble die Musik näherzubringen, aber es werde immer schwieriger. Kraft schöpfe sie bei ihren Tieren auf der Weide, die sofort herangaloppieren, wenn Haeselbarth das Gatter öffnet. Im SZ Interview erzählt die Musikern, Tierheilpraktikerin und Pädagogin aus ihrem Leben ohne Internet und ihrer Verbindung zur Kunst, Musik und Natur.