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Freisinger Köpfe:Vom Ziel, ins Ziel zu kommen

Nur ein Hobby ist das Radfahren für Monika Dietl. Dennoch: Mitte Juni fährt sie gemeinsam mit einem Frauenteam in die USA zum Race Across America - einem der härtesten Rennen der Welt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Radfahrerin Monika Dietl bereitet sich auf Race Across America vor

Von Gudrun Regelein, Freising

Monika Dietl kommt in ihrer Mittagspause zu dem Interview. Auf den ersten Blick entspricht sie dem Klischee einer Bankkauffrau: Schwarze Hose, schwarzes Oberteil, darüber eine farbige Jacke. Ihre langen Haare trägt sie offen, die modische Brille ergänzt perfekt das Gesamtbild. Als man aber ihre Schuhe sieht - Turnschuhe - ahnt man, dass sie nicht nur Bankkauffrau ist. "Allerdings trage ich die nur in der Mittagspause", sagt sie. Monika Dietl ist leidenschaftliche Radfahrerin: Arbeitsbeginn ist bei ihr um sieben Uhr morgens, so hat sie nachmittags noch genügend Zeit für ihr Training.

"Am allerwohlsten fühle ich mich, wenn ich auf dem Rad die Berge erobern kann", erzählt sie. Beißen könne sie, auch mental. Vor einigen Jahren gewann die Freisingerin bei null Grad und Nieselregen den Ötztaler Radmarathon. Damals hatte sie am Ende heftige Krämpfe, "aber man hat immer das Ziel, ins Ziel zu kommen." Extreme körperliche Strapazen erwarten Dietl auch bei ihrem nächsten Rennen: Mitte Juni geht es für die 38-Jährige gemeinsam in einem Frauenteam in die USA zum Race Across America, einem der härtesten Rennen der Welt. "Angst davor habe ich keine, aber großen Respekt."

Zum Radfahren sei sie eigentlich nur durch Zufall gekommen, erzählt Dietl. Die gebürtige Landshuterin, die in Dingolfing aufwuchs, kam nach dem Abitur nach Freising. Eigentlich wollte sie Ökotrophologie studieren - begann dann aber doch eine Lehre als Bankkauffrau. Als Anfang 20-Jährige begann sie mit dem Rennradfahren. "Zuvor habe ich Spinning im Fitnessstudio gemacht. Das hat sich so ergeben." Als sie dann ihren jetzigen Mann kennenlernte, auch er ein ambitionierter Radfahrer, habe das Ganze "mehr an Struktur" gewonnen. Das Paar trainierte gemeinsam, startete später dann bei Rennen, vor allem in Österreich. "Das lief ganz gut", sagt sie. Mittlerweile arbeitet Monika Dietl mit einer professionellen Trainerin. Anders, so sagt sie, sei das für sie auf diesem Niveau nicht mehr machbar.

© SZ vom 29.05.2017 / regu/zim
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