Süddeutsche Zeitung

Freisinger Köpfe:Vier Berufe in einem

Theologe Dirk Berberich hat eine ereignisreiche Laufbahn hinter sich.

Pfarrer werden wollte Dirk Berberich nie, obwohl er katholische Theologie studiert hat. Auf eine entsprechende Frage meint er lachend: "Ich habe nach dem ersten Semester schon geheiratet." Nach dem Studium war er sieben Jahre lang als Pastoralassistent und -referent in der Pfarrei in Eching tätig. Eine Arbeit, die ihm sehr viel Spaß gemacht habe, erzählt der 63-Jährige. Doch er wollte an den Wochenenden mehr Zeit für seine vier Kinder haben. Deshalb sattelte Berberich um. Er wurde Religionslehrer an der Wirtschaftsschule in Freising, baute dort auch den Chor auf, war Vertrauenslehrer. Fast alle katholischen Schüler "mussten" in diesen 14 Jahren durch seine Hände gehen, wie er sagt. Viele trifft er ab und zu in Freising, auch zu Klassentreffen wird er immer wieder eingeladen. Viele ehemalige Schüler erinnern sich also offenkundig gern an ihn.

Im Herbst 2014 übernahm er die katholische Leitung der Hochschulgemeinde (HSG) an der Seite von Pfarrerin Anne Lüters. Das schöne Haus der HSG an der Hohenbachernstraße steht den Studierenden nicht nur für kirchliche Angebote offen. Sie können dort lernen, Klavier spielen oder ratschen. Einmal im Jahr, in der Prüfungsphase, werden sie sogar bekocht. Das HSG-Team stellt jedes Semester ein breit gefächertes Programm zu gesellschaftlich relevanten Themen auf die Beine. Dirk Berberich engagiert sich außerdem in der Katholischen Hochschulpastoral und ist Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss. Dadurch kommt er viel herum.

Beim Sommerfest der HSG Ende Juni aber heißt es: "Pfiat di, Dirk". Berberich geht dann in Ruhestand. Angst, dass ihm langweilig werden könnte, hat er nicht. Er ist gern draußen, zum Radfahren und Pilgern beispielsweise. Außerdem hat er acht Enkelkinder. Was er vermissen werde, seien die Unternehmungen mit den Studenten, etwa zum Schneeschuh pilgern oder Wandern auf dem Meraner Höhenweg, sagt er. "Die Arbeit mit jungen Leuten hält jung." Dankbar ist er seinem Arbeitgeber, der Kirche, dass er im Laufe der Jahre eigentlich vier Berufe ausüben konnte: in Pfarrei, Schule, Klinik und Hochschulgemeinde.

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SZ vom 01.04.2019 / psc
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