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Freisinger Köpfe:In Griechenland lebt sich's lockerer

Eckhardt Kaiser.

(Foto: Marco Einfeldt)

Eckhardt Kaiser will viel Zeit an seinem Zweitwohnsitz verbringen

Die einen in Freising kennen ihn als Arzt, die anderen als Stadtrat. Seit vier Jahren praktiziert Eckhardt Kaiser nicht mehr, in der Kommunalpolitik ist er seit kurzem auch nicht mehr tätig. Als der 74-Jährige sich vor drei Jahren von der Linken im Stadtrat lossagte, wusste er, dass seine stadtpolitische Karriere zu Ende geht. "Es war klar, dass ich da keine neue Kandidatur kriege - auch nicht mehr wollte", betont er.

Geboren wurde Kaiser 1946 in Wendlingen am Neckar im Großraum Stuttgart. 1965 machte er sein Abitur, ging danach drei Jahre zur Bundeswehr. Später studierte er Pharmazie und Medizin, mit Stationen unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Anfang der 1980er Jahre ließ er sich in Freising nieder und eröffnete eine Arztpraxis. Kaiser hat einen Zweitwohnsitz in Griechenland, wo er sich des Öfteren aufhält. "Da beabsichtige ich jetzt, mehr Zeit zu verbringen", sagt er. "Das Leben in Griechenland ist anders. Wenn Sie hier ins Auto einsteigen, dann hupt sofort einer hinter Ihnen, in Griechenland ist das alles viel lockerer und freier. Das Leben dort ist für mich und meine Persönlichkeitsstruktur zuträglicher als hier."

Kaiser kocht gerne, früher war er bei den Freisinger Hobbyköchen, doch auch wenn man sich das als Laie nicht vorstellen könne: Kochen sei körperlich anstrengend. "Ich war auch ein relativ guter Mittelstreckenläufer", sagt er. Inzwischen sei er gesundheitlich aber eingeschränkt. Er klingt nicht wehmütig, wenn er das sagt. Kaiser, so scheint es, hat mit so manchem seinen Frieden geschlossen. Auch mit dem Stadtrat, in dem er als eher unbequemer, kritischer Geist galt. Er hoffe, sagt Eckhardt Kaiser, dass Corona auch mal wieder vorbeigehe. "Dann wird man sich immer wieder mal sehen und mal ein Bier trinken können und darüber reden, was alles so abgelaufen ist."

© SZ vom 25.05.2020 / ilos

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