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Freisinger Köpfe:Helferin in der Not

Sylvia Niedermeier

(Foto: Marco Einfeldt)

Silvia Niedermeier leitet die Außenstelle des "Weißen Rings"

So richtig viel Freizeit hat Silvia Niedermeier nicht. Die 59-Jährige ist Leiterin der Freisinger Außenstelle des Weißen Rings, und wenn Opfer von Straftaten Hilfe suchen, gehen alle Anfragen über ihren Tisch. Sie entscheidet, welcher Kollege im Landkreis welche Betroffenen betreut und begleitet selbst parallel mehrere Menschen, oft vier oder fünf, und das teilweise über Jahre. Außerdem arbeitet sie in Teilzeit als Personalerin im Bankenwesen, den Beruf hat sie vor einigen Jahren zeitlich reduziert, um mehr ehrenamtlich für den Weißen Ring arbeiten zu können.

Wie viele Fälle sie in den vergangenen Jahren bearbeitet hat, weiß sie nicht. "Es müssen aber Hunderte sein", sagt sie. Die Aufgaben des Vereins koordiniert sie von Moosburg aus, allerdings ohne offizielles Büro: "Es ist so gewollt, dass wir zu den Menschen ins häusliche Umfeld gehen, denn da fühlen sie sich meistens sicher", erklärt Niedermeier. Wie vielen Vereinen fehlt auch dem Weißen Ring Nachwuchs. Da zur Zeit vor allem Kollegen ab etwa 40 Jahren für den Verein tätig sind, wünscht sich Niedermeier jüngere Ehrenamtliche.

Wenn dann doch einmal Zeit für Hobbys ist, spaziert sie ausgiebig mit ihrem Hund durch die Wälder im Landkreis. "Ja, das kann man schon sagen, ich bin sehr naturverbunden." Wenn es die Zeit zulässt, will sie in diesem Jahr endlich ihr Englisch und Spanisch verbessern.

In Moosburg lebt sie seit 1989, mit ihrem Mann war sie aus München weggezogen, als er eine Stelle am Flughafen annahm. "Er hat mich die ganzen Jahre unterstützt. Wenn ich einen dringenden Fall bekam, ging es beispielsweise nicht, dass wir wegfahren, da ist es sehr hilfreich, ein verständnisvolles Umfeld zu haben", sagt Niedermeier. Im Gespräch mit der Freisinger SZ berichtet sie von ihrer Herausforderungen bei der Opferhilfe.