Süddeutsche Zeitung

Freisinger Köpfe:Glückliche Verbindung

Bettina Lohs unterrichtet seit 27 Jahren am Hofmiller-Gymnasium

Bettina Lohs war neun Jahre alt, als sie beschloss, Lehrerin zu werden. Diese Entscheidung habe sie nie angezweifelt, sich nie eine Alternative gesucht, erzählt sie. Grund für diesen sehr frühen Entschluss war ihre Grundschullehrerin: "Eine tolle Frau, sie hat mich geprägt", sagt Lohs ). "Sie hat uns Schüler wahrgenommen und wertgeschätzt." Diese Lehrerin war ihr Vorbild. Viele Jahre später hat Bettina Lohs begonnen, sie zu suchen - und fand sie vor eineinhalb Jahren. "Wir haben uns dann getroffen und es ist noch immer eine wunderschöne innige Verbindung."

Geboren wurde Bettina Lohs 1968 in Dresden, aufgewachsen ist sie in einem kleinen Dorf in der Nähe. Gegen Ende der zehnjährigen Ausbildung an der Polytechnischen Oberschule wusste Lohs zwar, dass sie Lehramt studieren wolle, aber nicht mit welchen Fächern. "Ich wurde in einem systemkritischen Elternhaus groß, gesellschaftspolitische Fächer kamen also nicht in Frage", erzählt sie. Bettina Lohs entschied sich für Naturwissenschaften und suchte sich die Fächer Mathematik und Physik aus. Zunächst aber musste sie für das Studium die Hochschulreife erlangen, das geschah an der späteren TU Chemnitz in Breitenbrunn im tiefsten Erzgebirge, wo sie im Internat lebte.

Danach, als 18-Jährige, studierte sie an der Universität Chemnitz Lehramt - und lernte dort ihren späteren Ehemann kennen. Er war der Grund, dass Lohs im Sommer 1992 nach München zog. Denn er hatte dort nach seinem Studium ein Jobangebot und Bettina Lohs kam mit. 1993 begann sie ihr Referendariat in München, "ich war damals wahrscheinlich die erste sächsische Referendarin in Bayern", sagt sie und lacht. Der Sommer, ein Jahr später, war ein ganz besonderer für sie: "Ich habe damals meinen Mann geheiratet und bin dann an das Joho gekommen. Beide Verbindungen halten seit 27 Jahren glücklich." Nach ihrem sehr gutem Staatsexamen hatte Lohs die Wahl, an welches Gymnasium sie gehen wollte - und entschied sich, am Josef-Hofmiller-Gymnasium zu bleiben. "Es ist eine prima Schule, es hat einfach alles gepasst." 1995 zog die Familie schließlich nach Freising, seit 2004 lebt sie in einem kleinen Dorf im Umland.

Sie habe den Entschluss, in Freising und am Joho zu bleiben, nie bereut, sagt die 51-Jährige. Seit 2013 betreut sie dort gemeinsam mit einem Kollegen die Oberstufe. Die Schüler können immer zu ihr kommen, sagt Lohs. "Junge Menschen verdienen großen Respekt, Wertschätzung und Zuneigung". Am meisten werde sie bei der Abi-Verabschiedung vermissen, "ihre Kinder" coronabedingt nicht umarmen zu dürfen.

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SZ vom 29.06.2020 / regu
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