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Freisinger Köpfe:Enorm präsent und zupackend

Paula Weber-Schäfer ist Freisingerin durch und durch

2010 hat sie die Ehrenmedaille der Stadt Freising erhalten - für ihr ausgeprägtes soziales Engagement, ihren Einsatz im Vorstand des St.-Vinzentius-Vereins und in der Kirchenverwaltung St. Georg. "Enorme Präsenz, Geradlinigkeit und Tatkraft", bescheinigte der damalige Oberbürgermeister Dieter Thalhammer bei dieser Gelegenheit der Witwe seines Amtsvorgängers Adolf Schäfer. Und auch wenn die mittlerweile fast 77-jährige Paula Weber-Schäfer heute nicht mehr ganz vorne im Rampenlicht steht, ihre Ehrenämter hat sie behalten, ihre Geradlinigkeit auch, die Tatkraft steht und fällt ein wenig mit der Gesundheit. "Dem Alter entsprechend", wie sie selber sagt: "Danke der Nachfrage."

Im März 1941 in Freising geboren, ist Weber-Schäfer Freisingerin durch und durch. Sie besuchte die Mädchenschule St. Korbinian und die Handelsschule, arbeitete bei der Spedition Johann Fischer Erben in München - und musste mit 27 Jahren nach dem Tod ihrer Eltern die Spedition des Vaters in Freising übernehmen. Weil zum Wesen von Paula Weber-Schäfer wohl auch gehört, Herausforderungen anzunehmen, leitete sie das Unternehmen bis zu dessen Übergabe Anfang 1995 an ihren Mitarbeiter Thomas Berlinger, bis heute hat sie ein Büro in der Spedition.

Neben all dem galt ihre Leidenschaft dem Theater, sie war 1955 Gründungsmitglied der Laienspielgemeinschaft in Freising und nach deren Auflösung 1987 auch dabei, als stattdessen der Verein Freisinger Laienbühne gegründet wurde. Lange Jahre stand sie in tragenden Rollen auf der Bühne - und fand trotz alledem auch noch die Zeit, in der Kommunalpolitik mehr als nur ein bisschen mitzumischen. 1977 war sie Mitbegründerin der Unabhängigen Freisinger Bürger, mit denen sie "1978 erstmals in den Stadtrats-Wahlkampf eingegriffen hat", wie sie sich erinnert. Auf Anhieb wurden damals drei Kandidaten der neuen Liste gewählt, darunter Weber-Schäfer. Sechs Jahre später wiederholte sie ihren Wahlerfolg - und verließ das Gremium erst, nachdem sie 1988 den damaligen Oberbürgermeister Adolf Schäfer geheiratet hatte. Von 1996 an folgten zwei Wahlperioden im Freisinger Kreistag, bevor sich Weber-Schäfer nach gut 30 Jahren in der Kommunalpolitik endgültig zurückzog.

Die 30 Jahre macht sie heuer auch bei ihrer Arbeit in der Kirchenverwaltung voll, doch die Pfarrei St. Georg wird sich 2018 einen neuen Kirchenpfleger suchen müssen, Paula Weber-Schäfer hat nun doch ihren Rückzug angekündigt. Langweilen wird sie sich ziemlich sicher trotzdem nicht, dazu dürften unter anderem ihre acht Patenkinder beitragen. Mit der SZ hat Paula Weber-Schäfer über ihr emanzipiertes Leben gesprochen - auch wenn sie selber das Wort Emanzipation dafür nicht verwenden würde.

Direkt zum Interview geht es hier.