Freisinger Köpfe Einer, der nicht locker lässt

Kampf dem Feinstaub: Reinhard Kendlbacher engagiert sich.

(Foto: Marco Einfeldt)

Reinhard Kendlbacher treibt das Thema Feinstaubbelastung um.

Von Johann Kirchberger, Freising

Als vor dem Verwaltungsgerichtshof über den Bau einer dritten Startbahn verhandelt wurde, war Reinhard Kendlbacher fast immer anwesend. Noch heute in Erinnerung ist ihm der 29. Mai 2013, als es um das Thema Schadstoffbelastungen in der Flughafenregion ging. Die Problematik der extrem hohen Belastungen mit ultrafeinen Partikeln und ihrer gesundheitsschädlichen Auswirkungen sei damals zwar umfassend, aber ergebnislos diskutiert worden, sagt er. Seit diesem Tag treibt ihn um, dass der Flughafen zwar massive Belastungen verursache, die durch den Bau einer dritten Bahn noch verschärft würden, "doch es interessiert niemanden". Für die derzeitige Regierungspartei sei dieses Thema nicht existent, ärgert er sich. Diese "abartige Konstellation", sagt Kendlbacher, seit Gründung des Bürgervereins Freising dessen Vorsitzender, dürfe man nicht widerspruchslos hinnehmen. Schon im Interesse der nachfolgenden Generationen müsse man Verantwortung übernehmen und Widerstand leisten. Der Flugverkehr sei der umweltschädlichste Verkehrsträger, "er muss auf das Notwendige reduziert werden".

Kendlbacher wurde 1947 in München geboren und wuchs in einer Gärtnerei in Moosach auf. Sein Abitur machte er am Karlsgymnasium in Pasing. Seit Herbst 1969, als er begann, Agrarwissenschaften zu studieren, wohnt er in Freising. Seit 1972 ist er verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Nach Abschluss seines Studiums promovierte er am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung. 1977 wechselte er in die Privatwirtschaft und war von 1980 an Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens für Pflanzenzucht und Saatgutvertrieb.

Als Kendlbacher in Ruhestand ging, kam er über seine Frau, eine Startbahngegnerin der ersten Stunde, zur Bürgerinitiative und zu "Aufgemuckt". Im März 2013 erhielt er die bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt. Eine Auszeichnung, "die mich immer wieder anspornt, mich noch mehr einzusetzen im Kampf um eine bessere Umwelt und den Erhalt unserer schönen Heimat und Kulturlandschaft".