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Freisinger Köpfe:Eine schöne, aber anstrengende Zeit

Dieter Werner (rechts).

(Foto: Marco Einfeldt)

Dieter Werner war zwölf Jahre lang Marzlinger Bürgermeister

Dass Dieter Werner vor gut zwölf Jahren bei den Kommunalwahlen antrat und sich um das Bürgermeisteramt bewarb, war eigentlich Zufall. Werner leitete damals das Standesamt in Freising, lebte mit seiner Frau und den beiden Söhnen aber schon in Marzling. Dort war er im SV Marzling sehr aktiv, erzählt Werner. Als Jugendtrainer und als zweiter Vorsitzender. "Irgendwann hat mich dann Georg Ball, der schon damals Gemeinderat für die Parteifreien Bürger war, nach einem Training gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren." Er habe sich das gründlich überlegt, mit seiner Familie besprochen und sich dann entschieden anzutreten.

Werner, dem politischen Newcomer, gelang ein Überraschungssieg: Er wurde mit deutlicher Mehrheit zum Bürgermeister Marzlings gewählt. Politisch habe er sich zuvor zwar nicht engagiert, aber durch seine beruflichen Erfahrungen im Standesamt und zuvor als EDV-Leiter der Stadt Freising habe er viel hilfreiches Wissen mitgebracht. "Und Freundschaften, auch die haben mir geholfen", sagt der 54-Jährige. Werner wuchs in Untergriesbach im Bayerischen Wald auf. Erst nach seinem Abitur lernte er "die große weite Welt" kennen. Eineinhalb Jahre war er bei der Marine, "das war mit die beste Zeit in meinem Leben", schwärmt er noch heute. 1985 kam er nach München, studierte in Herrsching an der Fachhochschule Diplom-Verwaltungswirt und lernte dort seine Frau, eine Hangenhamerin, kennen. Danach arbeitete er für viele Jahre bei der Bezirksfinanzdirektion in München. Nach der Heirat 1989 baute sich das Paar in Marzling ein Haus, Werner begann, für die Stadt Freising zu arbeiten - bis er 2008 Bürgermeister wurde. Zwölf Jahre lang übte er das Amt aus, "schöne, aber auch anstrengende Jahre, sagt er.

Vergangenen Herbst habe er sich aber entschieden, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu kandidieren, "auch wenn mir das nicht leichtgefallen ist". Inzwischen ist er sicher, dass es die richtige Entscheidung war, noch immer hat er gesundheitliche Probleme. "Das ist für mich ein Signal, mehr auf mich zu achten." Derzeit male er viel und gerne, erzählt Werner. "Das ist in diesen Zeiten sehr beruhigend." Wenn die Corona-Krise überstanden ist, werde er sich für mindestens ein halbes Jahr eine Auszeit nehmen. Um dann endlich die Dinge zu machen, für die bislang nicht viel Zeit war.

© SZ vom 06.04.2020 / regu

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