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Freisinger Köpfe:Ein großes Herz für Kinder

HAAG AN DER AMPER: Erzieherin und Kindergartenleiterin BRIGITTE MITTERLEITNER

Haags Kindergartenleiterin Brigitte Mitterleitner.

(Foto: Johannes Simon)

Haags Kindergartenleiterin Brigitte Mitterleitner geht in Ruhestand.

Von Katharina Aurich, Haag

Drei Jahrzehnte lang hat Brigitte Mitterleitner Kinder kommen und gehen sehen, hat Einblicke in viele Familien und deren Schicksale bekommen. Jetzt schaut sie am Ende ihres Berufslebens als Erziehern und Leiterin des Gemeindekindergartens in Haag auf erfüllte 30 Jahre zurück. Kurz vor ihrem 66. Geburtstag wird sie an diesem Mittwoch zum letzten Mal den Weg von ihrem verwunschenen Hexenhäuschen hinunter zum Kindergarten gehen. Eine große Abschiedsfeier ist nicht geplant, zum Leidwesen der Kinder, Mitarbeiterinnen und auch der Gemeindemitarbeiter, die "ihrer" Brigitte zu gerne einen denkwürdigen Abschied bereitet hätten.

Noch immer begeistert sich Mitterleitner für die Fantasie, die Spontanität von Kindern und es bedeutet ihr viel, sie auf einem großen Schritt in ihr Leben begleitet zu haben. Viele Fortbildungen hat sie in all den Jahren besucht, auch eine Ausbildung zur systemischen Familienberaterin absolviert, was ihr viele Impulse für ihre Arbeit gab, wie sie erzählt. Nicht nur die Kinder, sondern auch ihr Team und die Eltern lagen Mitterleitner am Herzen. Sie initiierte regelmäßige Teamfortbildungen und zahllose Feste im Kindergarten, bei denen die Eltern kräftig mithalfen. Natürlich hat sich in drei Jahrzehnten einiges verändert, so kommen heutzutage viel mehr Väter in den Kindergarten und holen ihre Sprösslinge ab. Die Aufgabenverteilung in den Familien habe sich verschoben, berichtet sie.

Die Arbeit der Erzieherinnen sei vielfältiger geworden. Vor drei Jahrzehnten kamen erst die Vierjährigen in den Kindergarten, man konnte gleich mit Aktivitäten loslegen. Heutzutage starten die Kinder im Alter von drei Jahren mit dem Kindergarten und zu den Aufgaben der Erzieherinnen gehören sehr viel mehr pflegerische Arbeiten, zum Beispiel Kinder wickeln, schildert Mitterleitner. Zu den unangenehmen Aufgaben als Leiterin gehörte, Mitarbeiterinnen, die nicht ins Team passten, zu kündigen oder Kinder, die die Kapazitäten der Erzieherinnen überforderten, von der Einrichtung auszuschließen. Pädagogin zu sein bedeute ja nicht, immer nur lieb zu sein, sagt Brigitte Mitterleitner.

Sie freue sich auf ihren Ruhestand, habe viele Projekte frei nach dem Motto "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an", sagt sie. Im SZ-Interview erzählt Brigitte Mitterleitner, wie sie Erzieherin wurde, wie sich die Kindheit verändert und welche Ereignisse im Laufe ihres Berufslebens sie nie vergessen wird.

© SZ vom 22.03.2021/ilos
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