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Freisinger Köpfe:Die Chance genutzt

Martin Bartl züchtet seit 25 Jahren Schafe.

Martin Bartl.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Schafhaltung ist für Martin Bartl schon seit seiner Kindheit ein großes Hobby, beruflich aber hat er zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen. 2001 begann der Sünzhausener eine Ausbildung bei der Sparkasse in Freising. Fast 20 Jahre lang war er dort tätig, zuletzt in der Bauträgerfinanzierung. Zu den Kollegen habe er noch immer Kontakt, erzählt der 35-Jährige. "Das war ein tolles Team, die Arbeit hat Spaß gemacht." Dennoch bereue er nicht, dass er vor gut einem Jahr umgesattelt hat - auch wenn er lange darüber nachgedacht habe, ob er diesen Schritt wagen soll. Nach 20 Jahren falle dies nicht so leicht.

Seit Juli 2019 ist Bartl nun Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Schafhalter in Grub. Wenn er diese Chance nicht genutzt hätte, würde er sich vermutlich immer fragen, "was wäre wenn...", meint der 35-Jährige. Der Verband vertrete die Interessen der Weidetierhalter - auf diesem Gebiet habe er sich schon immer engagiert, da hänge sein Herz dran. Wie schon in seinem früheren Job verbringt Bartl viel Zeit im Büro, er hat aber auch immer wieder Termine im Landwirtschaftsministerium in Berlin. Ein Thema, das die Schafhalter umtreibt, ist der Wolf. In Bayern sei das noch kein Problem, sagt Bartl, im Norden aber hätten einige Betriebe deswegen bereits aufgegeben, mit negativen Folgen für die Deichpflege.

Bartl züchtet seit 25 Jahren Schafe. Seine Eltern betreiben in Sünzhausen eine Landwirtschaft im Vollerwerb, die sein Bruder übernehmen wird. Er selbst hält mit seiner Frau Evi etwa 70 Schafe, vor allem bedrohte Rassen, und 15 Rinder. Wenn Zeit bleibt, geht er gern fischen, außerdem ist es ihm wichtig, viel gemeinsam mit den beiden Söhnen zu unternehmen. Oft ist die Familie am Sonntagnachmittag aber auch damit beschäftigt, die Schafe umzutreiben, wenn sie die Weide wechseln. "Das gehört einfach dazu", sagt er.

© SZ vom 14.09.2020 / psc

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