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Freisinger Köpfe:Auch vor Corona viel zu tun

Christian Fiedler ist im Klinikum Freising Hygienebeauftragter

Wie lange Christian Fiedler schon am Freisinger Klinikum ist? "Seit meiner Geburt 1967", sagt der Arzt mit einem Lachen. Christian Fiedler )ist Leiter der Notaufnahme und Hygienebeauftragter am Freisinger Klinikum, letzteres schon seit 18 Jahren. Dabei war ihm auch vor der aktuellen Corona-Krise nicht langweilig: Hygienekonzepte erstellen, auf multiresistente Keime testen: "Es gab schon viel zu tun", sagt der 53-Jährige und fügt hinzu: "Aber eben nicht dieses Katastrophenmanagement." Im Interview (Seite 3) erzählt Fiedler, wie er die vergangenen Monate erlebt hat und inwiefern die Situation auch im Freisinger Klinikum nicht immer leicht war.

Christian Fiedler.

(Foto: Marco Einfeldt)

Trotz all der negativen und teils dramatischen Folgen von Corona sieht Fiedler aber auch einen Vorteil, den das Ganze für die Notaufnahme gebracht hat. "Wir sind auf akut Erkrankte ausgelegt - es geht darum, sofort etwas zu tun", erklärt er. Genau das habe man in den vergangenen Monaten getan. Es sei keiner mehr gekommen, der nicht wirklich krank sei: "Normalerweise wird die Notaufnahme oft als schnelle Hausarztpraxis missbraucht", sagt Fiedler. Viele Menschen kämen in die Notaufnahme, weil sie beim Arzt nicht sofort einen Termin bekämen, nicht weil sie an einem Notfall litten. Fiedler nennt das eine "Recht-auf-alles-Mentalität" und sagt: "Dabei wären wir auch mit den echten Notfällen gut ausgelastet."

Fiedler ist seit 1994 als Arzt am Freisinger Krankenhaus tätig, die Leitung der Notaufnahme übernahm er vor fünf Jahren. Auch zwischen seiner Geburt und der Gegenwart hat das Klinikum sein Leben geprägt: Etwa in der Schulzeit habe er den Telefondienst an der Pforte übernommen, erzählt er. Studiert hat Fiedler in Regensburg und München, bevor es ihn zurück nach Freising verschlug.

© SZ vom 20.07.2020 / nta

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