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Freisinger Köpfe:Ansprechpartner in allen Notlagen

Hans-Joachim Röthlein

(Foto: Marco Einfeldt)

Schulpsychologe Röthlein betreut Schüler, Eltern und Lehrer

Hans-Joachim Röthlein (64) arbeitet seit 1995 als Lehrer, Beratungsrektor und Schulpsychologe im Landkreis Freising. Ursprünglich beriet er überwiegend Schüler und Eltern, inzwischen sind Lehrer und Schulleiter dazu gekommen. Seine Aufgaben hätten sich in den vergangenen 20 Jahren verschoben, denn Lehrer würden genauso wie Schüler um Unterstützung nachfragen. Berufsstress und Burnout, der Umgang mit Konflikten und Mobbing sind wichtige Themen, vor allem auch die Auseinandersetzungen mit den Eltern bearbeitet Röthlein in Gruppengesprächen. Die Teilnahme an diesen Supervisionssitzungen sei freiwillig, die Nachfrage steige. Der Psychologe ist außerdem vom Kultusministerium als Landes- und Regionalkoordinator für das Krisen- und Interventions- und Bewältigungsteam eingesetzt worden und wird oberbayernweit bei Notfällen angefordert, vor allem bei schweren Schulwegunfällen, bei Suiziden oder Amokdrohungen im schulischen Umfeld.

Kürzlich informierte der Fachmann als Vertreter des Staatlichen Schulamtes den Jugendhilfeausschuss des Landkreises, dass Depressionen bei Kindern und Jugendlichen besorgniserregend zunehmen und in den Schulen ein Beratungsangebot etabliert werden müsse. Er vermute, dass eine der Ursachen der Depressionen Stress sei. Prophylaxe und frühzeitiges Erkennen seien das Allerwichtigste, wenn es jungen Menschen psychisch nicht gut gehe, um dann Hilfe anbieten zu können, betont Röthlein, der neben seiner Ausbildung zum Volksschullehrer zusätzlich Pädagogik und Soziologie sowie später Psychologie studierte und die Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten erhielt. Im SZ-Interview berichtet Röthlein von seiner Beratungsarbeit und von seiner Leidenschaft zu ergründen, wie unser Gehirn funktioniert.