Freisinger Eisstadion? Teurer wird es sowieso

Eins ist jetzt schon klar: Entscheidet sich der Stadtrat für den Hallenbau, muss in jedem Fall mehr als eine Million Euro zusätzlich aufgebracht werden, als ursprünglich geplant war

Von Kerstin Vogel

Es ist eine wirklich schwierige Entscheidung, die der Stadtrat in dieser Woche zu treffen hat. Soll er die Planung für das neue Eisstadion einstellen, weil er die 6,6 Millionen Euro, die das Projekt mittlerweile verschlingen würde, einfach nicht aufbringen kann? Soll er nur ein Dach über die Eisfläche bauen lassen? Das bliebe mit rund fünf Millionen Euro Kosten zwar zumindest auf den ersten Blick unter der im Haushalt fixierten Obergrenze von 5,3 Millionen Euro, entspräche aber in keinster Weise den Ansprüchen der Eishockeyspieler. Oder soll man wirklich noch einmal finanziell draufsatteln - allen gegenteiligen Bekundungen zum Trotz?

Vier Beschlussvorschläge dazu sollen den Stadträten am Donnerstag, 24. Januar, vorgelegt werden. Die SZ hat sie analysiert und zusammengefasst - und erklärt auch, warum es in jedem Fall mehr als eine Million Euro zusätzlich kosten würde, wenn sich die Stadträte für den Bau der Halle entscheiden.

Vorschlag 1: Einfach zahlen

Entscheidet sich der Stadtrat mehrheitlich für den ersten Beschlussvorschlag der Verwaltung, wird das Stadion für 6,6 Millionen Euro so gebaut, wie es die Baugenehmigung vom 11. Dezember 2012 vorsieht. Zu den im Haushalt vorgesehenen 5,3 Millionen müssten also zusätzlich 1,3 Millionen an Mehrausgaben genehmigt werden. Abgezogen würden von der Summe allerdings die 600 000 Euro, die im Etat für 2013 schon jetzt auf der Einnahmenseite stehen: Das ist der Beitrag, den der Förderverein stets zugesichert hat - bar oder als Sachleistung. Um diese Summe reduziert sich bei Vorschlag 1 deshalb die Nettobelastung des Stadtsäckels durch den Bau des Stadions.

Wichtig für die Beurteilung der Varianten 2 und 3: Von den ursprünglich maximal vorgesehenen 5,3 Millionen hätten wegen der 600 000 Euro vom Verein auch nur 4,7 Millionen wirklich "netto" aufgebracht werden müssen, wie Kämmerin Mathilde Hagl bestätigt.

Vorschlag 2: Der Verein baut mit

Hier ist die von vielen als Kompromiss verstandene Idee, dass der Verein seinen Trakt in Eigenregie baut. Außerdem würde man auf den überdachten Eingangs- und Kassenbereich aus der ursprünglichen Planung verzichten. Auf den ersten Blick würden sich die Kosten für die Stadt damit von 6,6 auf 5,8 Millionen Euro reduzieren. Allerdings würden die 600 000 Euro des Fördervereins von diesem dann in den Bau des Vereinstrakts investiert - im Etat der Stadt würden sie in diesem Fall deshalb nicht mehr auftauchen. Auch das bestätigt Hagl. Nachdem die Nettobelastung des Stadthaushalts ursprünglich ja nur bei 4,7 Millionen gelegen hätte, müssten also de facto 1,1 Millionen Euro zusätzlich aufgebracht werden, wenn die Stadt für ihren Anteil 5,8 Millionen bezahlen muss. Der Unterschied zu Variante 1 beträgt also 200 000 Euro.

Vorschlag 3: Was weglassen

In diesem Fall würden als erste Module für das künftige Stadion ein Dach, eine neue öffentliche Umkleide mit Technikzentrale und ein neues Technikgebäude gebaut. Die Kosten dafür würden sich auf um die fünf Millionen Euro belaufen. Damit wäre die Obergrenze von 5,3 Millionen Euro auf den ersten Blick eingehalten. Auch hier würde allerdings der Bau des Vereinstrakts in die Hände des Vereins übergeben - die 600 000 Euro würden also auch hier wohl nicht mehr in den Einnahmen des städtischen Etats auftauchen. Erneut müsste die Obergrenze "netto" korrekterweise also mit 4,7 Millionen Euro angegeben werden. Und: Die Wände könnten zwar zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden. Auch dieses Geld müsste die Stadt jedoch irgendwann aufbringen.

Dass sich der Stadtrat für diese Variante entscheidet ist allerdings ohnehin unwahrscheinlich, denn: Wie ein aktuelles Gutachten ergeben hat, könnte man bei dieser Variante die maximal erlaubten Lärmgrenzwerte nicht mehr einhalten. Zwar wäre die Eisbahn mit Dach nicht lauter als ohne. Sobald bauliche Veränderungen an der Anlage vorgenommen werden, entfällt jedoch der Bestandsschutz, den der Eisplatz bislang genießt, wie Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher erklärt.

Variante 4: Gar nichts machen

Wenn auch kaum wahrscheinlich, könnte der Stadtrat auch entscheiden, den Ausbau der Eisbahn zu einem Eisstadion zurückzustellen und die Verwaltung eine neue Planung anfertigen zu lassen. Das würde mindestens zwei bis drei Jahre beanspruchen - und laut Eschenbacher aktuell trotzdem mindestens eine Million Euro kosten, weil einige Sanierungsarbeiten an der Eisbahn nicht aufgeschoben werden könnten.

Beste Bedingungen wünschen sich Eishockeyspieler. Auch das muss beim Eishallenbau bedacht werden.

(Foto: Marco Einfeldt)