Süddeutsche Zeitung

Freisinger Amtsgerichtsgarten:Nahezu ausverkauft

Besonders Abendkonzerte beim Sommerwunder sind beliebt

Sonnenschein und klassischer Musik lassen einen beim Auftakt des Freisinger Sommerwunders im Amtsgerichtsgarten das Coronavirus fast vergessen, wären da nicht die Sicherheitsabstände zwischen den Stühlen und die Desinfektionsspender, die reichlich zur Verfügung stehen. Für die Umsetzung der Veranstaltungsreihe, bei welchem es Events sowohl im Biergarten des Lindenkellers als auch im Amtsgerichtsgarten gibt, haben sich das Kulturamt, die Stadtjugendpflege, die Musikschule und das Uferlosteam zusammengetan, um trotz der Pandemie der Freisinger Kulturszene wieder etwas Leben einzuhauchen.

Am Donnerstag fiel der Startschuss für das Freisinger Sommerwunder. Im Amtsgerichtsgarten eröffnete Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher mit dem Kulturausschuss des Stadtrats die Veranstaltungsreihe, die den Freisinger Bürgerinnen und Bürgern diesen Sommer etwas Abwechslung in den Corona-Alltag bringen soll. Eschenbacher hob dabei vor allem die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren hervor, welche zu einem gelungenem Programm geführt habe. "Jetzt hoffe ich nur noch auf gutes Wetter", sagte er.

Für Kulturreferentin Susanne Günther ist das Programm mit 15 Auftritten, von Jazzbands über Klassik bis hin zu Volksmusikgruppen, "die richtige Mischung an Musik, so dass für alle etwas dabei ist". Auch an die Kleinsten ist gedacht, so werden zum Beispiel ein Musikmärchen und ein Kinderkonzert angeboten. "Die meisten Kinder waren jetzt mit Home-Schooling beschäftigt. Auch für die wollten wir etwas anbieten", erklärte Vipo Maat vom Uferlosteam. Aufgrund der anhaltenden Coronalage mussten auch für diese Veranstaltungsreihe gewisse Maßnahmen getroffen werden. Ähnlich wie in Restaurants muss bei der Onlinebuchung der Tickets ein Kontakt hinterlegt sein. "Es werden deswegen nur personalisierte Tickets verkauft", sagte Odilo Zapf, Leiter der Musikschule Freising. Die Tickets seien zudem limitiert und viele Veranstaltungen schon nahezu ausverkauft, besonders die Abendkonzerte seien beliebt, so Maat. Dass das Freisinger Sommerwunder überhaupt stattfinde, gehe auf einen Antrag der Grünen im Stadtrat zurück, welche sich eine Veranstaltung im Freien wünschten. Dieser Antrag sei positiv aufgenommen worden, gefehlt habe letztlich die passende Infrastruktur. Nach Überlegungen sei schnell deutlich geworden, dass der Amtsgerichtsgarten und der Biergarten des Lindenkellers optimal für die Veranstaltungen wären, erklärte Ingo Bartha, Leiter des Freisinger Kulturamts. "Hier ist alles vorhanden: Strom, Wasser und die nötigen Anschlüsse. Außerdem gehört der Amtsgerichtsgarten der Stadt."

Um die Besucher optimal zu versorgen, haben die Veranstalter mobile Sanitäranlagen aufgebaut und genügend Desinfektionsmittelspender aufgestellt. Bei der Frage, ob sich die Reihe denn finanziell lohne, zögerte er und äußerte, dass es sich bei der Entscheidung, das Sommerwunder stattfinden zu lassen, um einen politischen Willen handle. Im besten Fall deckten sich bei einigen Konzerten die Künstlergagen eins zu eins mit den Ausgaben.

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Quelle:
SZ vom 11.07.2020 / PAG
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