Freisinger Abgeordneter soll helfen:Post für Irlstorfer

Logopädin fühlt sich bei Ausgleichszahlungen ungerecht behandelt

Von Peter Becker

Ungerecht behandelt fühlt sich die Freisinger Logopädin Pauline Bayerl, was den "Rettungsschirm für Heilmittelerbringer" der Bundesregierung angeht. In einer zum Ausgleich der finanziellen Belastungen durch die Corona-Krise erlassenen Verordnung heißt es in einem Paragrafen, dass eine Einmalzahlung in Höhe von 40 Prozent der im vierten Quartal mit den Krankenkassen abgerechneten Leistungen gewährt werde. Bayerl schlägt vor, der Freisinger CSU-Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer, der im Gesundheitsausschuss des Bundestags sitzt, solle sich dafür einsetzen, dass dieser Passus in " 40 Prozent der im vierten Quartal erbrachten Leistungen" abgeändert wird.

Hintergrund des Vorstoßes ist, dass Pauline Bayerl am letzten Tag vor der Weihnachtspause die im vierten Quartal abgearbeiteten ärztlichen Verordnungen an ihr Abrechnungszentrum geschickt hat. Dieses habe sie dann am 12. Januar 2020 an die jeweiligen Krankenkassen weitergeleitet. Pauline Bayerl weist in einem Schreiben an Irlstorfer vom 10. Mai darauf hin, dass sie nach der derzeitigen Lesart der Verordnung keinen Ausgleich für die durch Corona bedingten ausgefallenen Therapien bekommen würde.

Für neuen Praxen, die erst im Januar 2020 zugelassen wurden und die demnach im vierten Quartal 2019 noch gar keine Leistungen erbringen konnten, sei dagegen eine pauschale Zahlung von 4500 Euro vorgesehen. "Obwohl meine Praxis seit 23 Jahren ohne Unterbrechungszeiten besteht, würde ich im Gegensatz zu den erst kürzlich zugelassenen Praxen enorm benachteiligt", argumentiert Pauline Bayerl.

Irlstorfer zeigt Verständnis für die Beschwerde der Logopädin. Ihr Schreiben sei aber zu spät eingegangen, um noch in der aktuell am 20. Mai erlassenen Verordnung berücksichtigt zu werden. Er werde sich aber mit einem Änderungsantrag für Pauline Bayerl einsetzen, versicherte Irlstorfer auf Nachfrage. "So stelle ich mir Bürgerbeteiligung vor", lobte der Bundestagsabgeordnete das sachliche Vorgehen der Freisinger Logopädin.

© SZ vom 25.05.2020
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