Die SPD im Freisinger Stadtrat möchte erreichen, dass sich Männer in der Stadt künftig genauso einfach um ihre Kinder kümmern können wie Frauen. Wickelmöglichkeiten in öffentlichen Einrichtungen sollen deshalb so gestaltet werden, „dass sie allen Elternteilen und Begleitpersonen unabhängig von ihrem Geschlecht und diskriminierungsfrei zugänglich sind“, wie es in einem Antrag der Fraktion dazu heißt.
Weil sich viele Väter heutzutage ganz selbstverständlich aktiv und gleichberechtigt an der Sorge- und Erziehungsarbeit beteiligen, gehört auch das Wickeln von Kleinkindern nach Auffassung der SPD schon lange nicht mehr ausschließlich in den Aufgabenbereich der Frauen. Bisher fänden sich Wickeltische in öffentlichen Gebäuden und Toilettenanlagen jedoch viel zu häufig ausschließlich in den Damentoiletten.
Väter, Alleinerziehende, Großväter oder gleichgeschlechtliche männliche Paare stünden deshalb oft vor dem Problem, keinen geeigneten Ort zum Wickeln ihrer Kinder zu finden. Diese Barrieren müsse eine moderne, familienfreundliche Stadt abbauen, um den Alltag mit Kleinkindern so unkompliziert wie möglich zu gestalten, heißt es in dem SPD-Antrag weiter.
Bei Neubauten oder Sanierungen sei das durch die Integration in barrierefreie WCs oder separate Wickelräume zwingend einzuplanen und sichtbar zu kennzeichnen. In bestehenden Gebäuden müsse entsprechend nachgerüstet werden – ganz zeitnah bei den öffentlichen Toiletten im Asamgebäude, wo die Wickelmöglichkeit nur für Frauen auf der Damentoilette installiert ist.
Technisch sei das ohne großen baulichen oder finanziellen Mehraufwand realisierbar, etwa durch die Montage platzsparender, klappbarer Wickeltische in barrierefreien WCs, in gemeinsamen Vorräumen oder durch eine parallele Ausstattung von Damen- und Herrentoiletten.

