Drei Jahre lang hat Jochen Mörz, 68, die Freisinger Volksfestbesucher im großen Festzelt mit Bier und Hendl versorgt, jetzt wird sein Amberger Unternehmen abgelöst: Beim 95. Freisinger Volksfest, das vom 4. bis zum 13. September in der Luitpoldanlage stattfindet, übernimmt das Wirte-Gespann Jürgen Hanetzok und Holger Nagl aus dem Landkreis Mühldorf – und die beiden haben sich für die Domstadt einiges vorgenommen.
Vorstellen musste der 58-jährige Nagl die Ideen am Mittwoch im Freisinger Rathaus indes alleine. Partner Hanetzok, 48, war in Freilassing eingespannt, wo das Duo ebenfalls für das Volksfest zuständig ist und gerade der Aufbau läuft. Nagl führt in Mühldorf zusammen mit seinem Bruder den Landgasthof „Hammerwirt“. Die Freisinger dürfen sich deshalb auf ein umfängliches Essensangebot mit regionalen Produkten im Festzelt freuen: „Das Essen muss passen, denn dass das Bier in Freising gut ist, das wissen wir“, so Nagl. Außerdem setze man auf guten Service und einen hochwertigen Innenausbau des Festzeltes, das farblich neu in Rot und Weiß gestaltet wird. Für schnelle Abläufe sorgt ein hochmodernes Kassensystem.
Zusammen mit Hanetzok, der einer Waldkraiburger Festwirtfamilie entstammt, hat Nagl schon mehr als 100 Volksfeste auf die Beine gestellt, nicht mehr als fünf oder sechs im Jahr allerdings, weil man nur so die Qualität halten könne, wie er sagt. Dass man in Freising für die nächsten drei Jahre den Zuschlag erhalten habe, darauf sei man stolz, betonte der Festwirt: „Das ist schon eines der bedeutenderen Volksfeste in Bayern.“ Für die Premiere im Herbst macht er deshalb sogar sein Stammhaus, den Hammerwirt, zehn Tage lang dicht, „damit wir hier die komplette Truppe ins Gefecht schicken können“.
Der Festwirt hat sogar versucht, „Dolce Vita“ zu reaktivieren
Die Mass Bier wird 12,40 Euro kosten und damit 80 Cent mehr als 2025. Damit bewege man sich preislich im bayerischen Mittelfeld, so Nagl, er sei aber optimistisch, „dass die Akzeptanz dafür da ist“. Beim Musikprogramm setze man auf Oktoberfestkapellen, ergänzt um heimische Bands. Man habe sogar – allerdings vergeblich –versucht, die 2023 aufgelöste Partyband Dolce Vita zu reaktivieren, erzählte Nagl.

Als besondere Attraktion soll es eine zweistöckige Bar im Vorzelt geben, von der aus man einen Blick über den Volksfestplatz genießen kann. In den Biergarten werden Spielplatz und Weißbierkarussell integriert, damit auch wirklich für alle Altersschichten etwas dabei ist.
Um das Festzelt sind knapp 60 Schausteller und Essensstände zu finden. Als Hauptattraktion kommt der Topspin „Avengers“, eines jener rasanten Fahrgeschäfte, die der scheidende Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher lieber meidet, wie er sagt. Ansonsten freue er sich, das Freisinger Volksfest nun als normaler Gast erleben zu können. Der Volksfestreferent des Stadtrats, Anton Frankl, platzierte bei den neuen Wirten eine leise Warnung: „Der Freisinger ist ein recht kritischer Volksfestgänger“, sagte er: „Aber dafür herrscht hier in den zehn Tagen wirklich Ausnahmezustand.“

