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Freisinger Volksfest:Kein Platz für Übergriffe

Regina Cordary, Benedikt Schuhbauer, Larissa Röder-Schwug, Laura Jolic, Stefanie Tauscher, Bernd Seeberger, Max Riemensperger, Kati Jindrich und Bernadette Fink (von links) bei Vorstellung der Kampagne "Luisa ist hier" auf dem Freisinger Volksfest.

(Foto: Marco Einfeldt)

Mädchen und Frauen, die sich belästigt fühlen, sollen am Festgelände auf die Frage "Ist Luisa da?" Hilfe vom geschulten Thekenpersonal erhalten

"Ist Luisa da?" Bei dieser Frage erhalten Mädchen und Frauen, die sich beim abendlichen Ausgehen belästigt fühlen, vom geschulten Thekenpersonal Hilfe. Der Arbeitskreis Mädchen hat die Kampagne bereits im Frühjahr in die Domstadt geholt. Nun haben sich auch einige Festwirte des Freisinger Volksfestes dazu entschlossen, bei "Luisa ist da!" mitzumachen. Damit wollte man zum einen ein Hilfsangebot für Besucherinnen schaffen, daneben aber auch deutlich machen, dass auf dem Volksfest kein Platz für Übergriffe und Gewalt sei.

Im Festzelt, in den Hütten von Schuhbauers und Schrödls, in der Weinhalle und im Nachtcafé werden Mädchen und Frauen, die sich belästigt fühlen und sich nicht selbst zu helfen wissen, unterstützt. Bei der Frage nach Luisa wird der Frau zunächst eine Rückzugsmöglichkeit angeboten, erklärte Regina Cordary, die im Freisinger Landratsamt für die Jugendarbeit zuständig ist, bei einem Pressetermin am Donnerstag. Anschließend wird geschaut, welche Hilfe die Frau in Anspruch nehmen will - beispielsweise ob die Polizei angerufen oder ob eine Freundin informiert werden soll. Wichtig sei, dass sich die Frau selber entscheidet, was passiert. Max Riemensperger, Inhaber des Nachtcafés, hält die Kampagne für eine gute Sache. "Zum Glück wurde sie bislang noch nicht gebraucht", sagte er. Einmal aber hätten zwei Frauen im Nachtcafé wohl eine Art Selbsttest gemacht, sie hätten Hilfe bekommen, das Angebot funktioniere also.

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Bisher beteiligen sich in Freising etwa 15 Gaststätten und Kneipen an der Kampagne

Parallel zu "Luisa ist da!" werden auf dem Volksfest auch "Sicher-Feiern-Karten" verteilt und ausgelegt. Diese wurden von der Gleichstellungsstelle des Landratsamts in Kooperation mit der kommunalen Jugendarbeit gestaltet. Auf der einen Seite des Kärtchens im Visitenkartenformat finden sich Tipps, wie man sicher feiert. So sollten ein Treffpunkt mit Freunden vereinbart werden, Geld, Schlüssel und Handy am Körper getragen werden, der Alkoholkonsum nicht maßlos sein und ein sicherer Nachhauseweg organisiert werden. Auf der anderen Seite finden sich wichtige Telefonnummern, wie die der Polizei, des Notrufs, des Hilfetelefons, der Freisinger Interventionsstelle und des Frauenhauses.

Bislang beteiligen sich in Freising etwa 15 Gaststätten und Kneipen an der "Luisa"-Kampagne, die ihre Ursprünge in England hat und die es seit gut zwei Jahren auch in Deutschland gibt, berichtete Regina Cordary. Auch das Jugendzentrum macht mit. Bislang konnten in etwa zehn teilnehmenden Lokalen das Personal geschult werden. Inzwischen, so Cordary, sei "Luisa" in der Domstadt schon viel bekannter geworden. Das Feedback, das sie von Mädchen bekommt, sei sehr positiv. "Die finden Luisa gut."