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Vöttinger Schule in Freising:Feinschliff sorgt für Mehrausgaben

"Auf die Vöttinger Schule kann man sich freuen." Darin waren sich die Stadträte im Kulturausschuss einig.

(Foto: Balda Architekten (Simulation))

Die Pläne für die Sanierung der Vöttinger Schule stoßen im Kulturausschuss auf große Zustimmung, obwohl die Kosten um fast eine Million auf nun 39,85 Millionen Euro steigen.

Von Peter Becker, Freising

Ins Schwärmen waren manche Stadträte im Kulturausschuss des Freisinger Stadtrats geraten, nachdem Hochbauamtsleiter Robert Naujokat und Architekt Franz Balda die Pläne für die Sanierung der Vöttinger Schule vorgestellt hatten. Den Vorentwurf hatte der Ausschuss schon im Juli des vergangenen Jahres gebilligt. In der Zwischenzeit sei noch einmal etwas Feinschliff betrieben worden, sagte Naujokat. Mit der Folge, dass die Kosten für die Sanierung von 38,9 auf 39,85 Millionen Euro gestiegen sind. Der Ausschuss empfahl die Planung trotzdem an den Stadtrat weiter.

16 Klassenzimmer mit zugehörigen "Clusterräumen" sollen in einem "Lerngebäude" unterkommen, das viergeschossig geplant ist. Mit zehn Ganztagsräumen umfasst der Gebäudekomplex fast 30 Unterrichtsräume. Von der Größenordnung her sei die Vöttinger Schule dann mit dem Asamkomplex vergleichbar. Ideen für einen weiteren Feinschliff entsprangen Workshops, zu welchen die Planer Nutzer des künftigen Gebäudes eingeladen hatten. Anregungen daraus trugen zur Kostenmehrung bei - etwa ein kleines Fußballfeld auf dem Gelände und Änderungen bei der Belüftung. Die jetzt vorgesehene Anlage soll das doppelte Luftvolumen bewältigen als die, mit der bisher geplant worden war. Dies ist den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie geschuldet. Lüftungsanlagen sind aber derzeit Preistreiber. Aufgrund der starken Nachfrage hätten sich Preissteigerungen um 20 Prozent ergeben, sagte Naujokat. Andererseits geht die Stadtverwaltung davon aus, dass es Einsparungen beim Bau der Steinschule gibt. Das Geld soll dann auf den Posten für die Vöttinger Schule umgeschichtet werden.

Baubeginn ist im August 2022

Baubeginn soll im August 2022 sein. Dann sollen die Schüler aus Neustift auf das Gelände des Steinparks umziehen. In ihrer alten Schule könnten darauf hin einstweilen die Vöttinger Kinder unterkommen. Ihre sanierte Schule soll zum Schuljahr 2024/25 wieder zum Unterricht zur Verfügung stehen.

Angesichts der knappen Million Mehrkosten im Vergleich zur Berechnung im vergangenen Juli fand es Monika Riesch (FSM) gut, dass an der Steinschule etwas eingespart werden könne. Statt derzeit 230 können nach der Sanierung 380 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Das bezeichnete Riesch als guten Puffer, falls der Zuzug nach Freising anhalten wird. "Den Sportvereinen ist Rechnung getragen", sagte Susanne Günther (Grüne). Der Bolzplatz bleibe der Bevölkerung erhalten.

Das Schulgelände sei bislang frei zugänglich gewesen und von den Vöttingern auch am Wochenende genutzt worden. Ob es nach Abschluss der Sanierungsarbeiten abgeriegelt werde, wollte Andreas Mehltretter (SPD) wissen. Das sei eine Grundsatzfrage, antwortete Karl-Heinz Wimmer, Referatsleiter Bildung, Soziales und Sport in der Verwaltung. Die Stadt habe in dieser Hinsicht schlechte Erfahrungen gemacht. "Wir müssen das prüfen" sagte Wimmer. Diese Frage müsse sich aber über den Sportentwicklungsplan lösen lassen. "Wir haben Vandalismus. Das ist halt so", fügte Naujokat hinzu. Was den Zugang der Vereinssportler zur Turnhalle anbelangt, werden diese über einen eigenen verfügen.

Skepsis äußerte Robert Weller (FW) wegen der geplanten Holzverkleidung des Klassenhauses. Er erinnerte an die schlechten Erfahrungen mit dem Freisinger Feuerwehrhaus. Dort habe man die Holzfassade nach ein paar Jahren wieder abreißen müssen, weil sie unansehnlich geworden war. Architekt Balda verwies auf die hölzernen Stabkirchen in Russland, die einen sehr langen Lebenszyklus hätten. Trotzdem würden sie nicht unansehnlich

© SZ/nta
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