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Isarsteg-Süd:Keine Brücke bei den Schlüterhallen

Den Kritikern liegt der nun favorisierte Standort für den Isarsteg-Süd zu weit weg von der Schlüterbrücke - und damit zu nah an der Korbiniansbrücke.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Isarsteg-Süd soll entweder in der in der Nähe des P+R-Parkplatzes oder nördlich des Wohngebiets Seilerbrückl über den Fluss führen. Die Variante nahe der Schlüterhallen scheidet aus Sicht der Naturschützer aus.

OB Tobias Eschenbacher (FSM) hatte bereits vor einem Jahr im Planungsausschuss davor gewarnt, dass die von den meisten Stadträten favorisierte Variante des Isarstegs-Süd auf Höhe der Schlüterhallen durchfallen werde. Nach weiteren Prüfungen steht nun fest: Dieser Vorschlag lässt sich wohl tatsächlich nicht realisieren. Vor allem aus Sicht der Naturschützer sprechen zu viele Gründe dagegen.

Wahrscheinlich ist nun, dass die schmale Brücke weiter nördlich in der Nähe des P+R-Parkplatzes am Bahnhof über die Isar führen wird. Parallel dazu prüft die Verwaltung eine Variante nördlich des Wohngebiets Seilerbrückl. Die Mitglieder des Planungsausschusses stimmten am Mittwoch für diese Vorgehensweise, nur Robert Weller (FW) sprach sich dagegen aus.

Die meisten Stadträte, aber auch viele Freisinger, das hatte vor einem Jahr eine SZ-Umfrage auf Facebook ergeben, wünschten sich den neuen Isarsteg möglichst weit südlich als direkte Verbindung zwischen dem Einkaufszentrum Schlüterhallen und dem Sportpark Savoyer Au. Dort aber wären die Eingriffe in das FFH-Gebiet am größten. Außerdem ergab eine Begehung kürzlich, dass ein dort eingezeichneter Weg nicht mehr vorhanden ist. Nach Aussage der Höheren Naturschutzbehörde sei diese Variante "ein No-Go" und werde nicht genehmigt, sagte Landschaftsarchitekt Hans-Michael Schober.

Wesentliche kleinere Eingriffe sind am südlichen Rand des P+R-Parkplatzes möglich

Dagegen spricht auch das Mobilitätskonzept der Stadt, darauf weist die Verwaltung in ihrer Stellungnahme hin: Der Plan für den Radverkehr sehe eine Verbindung entlang der Kreisstraße FS 44 über die Isar, an der Schlüterbrücke, vor. Der Abstand zur südlichsten Isarsteg-Variante wäre dann viel zu gering.

Wesentlich kleiner seien die Eingriffe in den Auwald am südlichen Rand des P+R-Parkplatzes, unterhalb der Mündung des Pförrerau-Grabens. Auf aufwendige Rampen könnte dort verzichtet werden, weil der Steg auf Höhe des Damms enden würde, sagte Schober. Diese Verbindung liege günstig zwischen Bahnhof und Schwimmbad, das südliche Lerchenfeld werde an die Altstadt angebunden. Aus dem Kreis der Stadträte gab es im Planungsausschuss klare Befürworter dieser Lösung, aber auch Kritiker. Anton Frankl (FSM) betonte, ein Steg an dieser Stelle sei ein "Angebot an die Naturschützer". Karl-Heinz Freitag (FW) sagte, eine solche Verbindung in den Isarauen sei vor allem für die Kinder "prägend und sinnvoll".

Ganz anders beurteilte Monika Hobmair (ÖDP) diese Variante. Sie frage sich, ob die Kosten für einen Steg an diesem Standort nahe der Korbiniansbrücke im Verhältnis zu seinem Nutzen stünden. Das sei "sehr, sehr fragwürdig". Hobmair wünschte sich eine südlicher gelegene Isarquerung. Den nun favorisierten Vorschlag sollte man "lieber ganz lassen". Besser wäre dann ein Radweg an der Schlüterbrücke. OB Eschenbacher erwiderte, dass alle drei Steg-Varianten als "verkehrwirksam" eingestuft würden. Jede weitere Verbindung könne ausschlaggebend sein, dass die Leute öfter auf das Rad steigen. Genauere Kostenschätzungen seien erst nach weiteren Untersuchungen möglich.

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Ein weiteres Problem sprach, nach den Erfahrungen am Isarsteg-Nord, Rudi Schwaiger (CSU) an. Wenn aus Gründen des Naturschutzes keine Beleuchtung zugelassen werden sollte, stehe für ihn hinter dem Projekt ein Fragezeichen. Rosi Eberhard (Linke) meinte, sie würde in diesem Fall gegen den Bau stimmen. Schober erwiderte jedoch, dass es inzwischen Leuchtmittel gebe, die aus artenschutzfachlicher Sicht verträglich seien.

Für Robert Weller kommt nach wie vor nur ein Steg an den Schlüterhallen in Frage. Er brachte einen vierten Vorschlag ins Spiel: Die südlichste Variante sollte 50 bis 100 Meter nach Norden versetzt werden, fand er, dann wäre die Anbindung optimal.

Norbert Gmeiner (SPD) appellierte dagegen an Verwaltung und Stadtratskollegen, die Planung für den Steg am P+R-Platz zu forcieren, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Dieser werde ohnehin vorrangig weiterverfolgt, sagte der OB. Parallel dazu würden die Untersuchungen für den zweiten Standort 200 Meter weiter südlich fortgesetzt. Ein Steg in der Nähe der Schlüterhallen ist vom Tisch.

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