Zum Fahrplanwechsel stehen bei den Freisinger Stadtbussen große Veränderungen an. Die Flotte wird komplett auf Elektrofahrzeuge umgestellt, das Angebot wird deutlich ausgeweitet. Freising ist eine der ersten Städte, die im öffentlichen Nahverkehr rein auf E-Busse setzt, wie die Stadtwerke mitteilen. Zudem ändern sich die Nummern der Linien sowie die Streckenführung. Fahrgäste sollten vor dem 14. Dezember also unbedingt einen Blick in die Fahrpläne werfen.
Von kommendem Sonntag an sind im Stadtgebiet 29 E-Busse im Einsatz. Der Strom für sie wird nach Angaben der Freisinger Stadtwerke zu 100 Prozent regenerativ erzeugt. Das Fahrplanangebot werde um etwa 30 Prozent steigen, von bisher etwa 1,12 Millionen gefahrenen Kilometern pro Jahr auf künftig 1,48 Millionen, sagt Stadtwerke-Chef Andreas Voigt. Das Bundesverkehrsministerium fördere das Projekt mit circa acht Millionen Euro und decke damit etwa 80 Prozent der Mehrkosten ab. Der Kauf eines E-Busses schlägt mit etwa 620 000 Euro zu Buche, der eines Diesels mit circa 280 000 Euro.
Überarbeitet wurde das gesamte Liniennetz. Die Umsteigemöglichkeiten sollen verbessert werden, die Strecken selbst werden kürzer. Dies soll dazu beitragen, dass die Busse pünktlicher sind. Große Stadtteile wie Lerchenfeld werden besser an die Innenstadt angebunden, mit Direktverbindungen zum Waldfriedhof und zum Klinikum. „Durch kürzere, klar abgegrenzte Linienabschnitte mit neuen Knotenpunkten – insbesondere rund um den Bahnhof – können Fahrgäste nun zuverlässiger und strukturierter unterwegs sein“, heißt es in der neuen Infobroschüre.
Ungewohnt wird für die Freisinger neben der neuen Streckenführung auch die Umbenennung einiger Linien sein. Grund dafür ist der Beitritt des Landkreises Landshut zum MVV. Die bisherigen 620er-Nummern fallen künftig in den Zuständigkeitsbereich des Nachbarlandkreises. In Freising verkehren die Buslinien 630 bis 655.

Neun der neuen MAN-Busse sind zehn Meter lang, sie eignen sich für schmale Straßen. 20 haben eine Länge von zwölf Metern. Sie sind alle barrierefrei und verfügen über keine Trittstufen mehr. Die E-Busse haben eine Reichweite von 250 Kilometern, auf den meisten Linien ist das nach Auskunft der Stadtwerke ausreichend für einen Betriebstag. Für mehr Sicherheit sorgt ein radarunterstützter Abbiegeassistent. Zuständig für die Fahrten ist als neuer Partner der Stadtwerke das Unternehmen Omny, hinter dem die Ecovista-Gruppe mit zwölf Niederlassungen in Deutschland steht.
Für Andreas Voigt ist es „grundsätzlich der richtige Weg“, Elektrobusse im Stadtverkehr einzusetzen, wo sie geladen werden können. Mit solchen regionalen Lösungen „fährt man ganz gut“, sagt er. Der Verkehr verursache keine Emissionen, weder was die Verschmutzung, noch was den Lärm angeht.
Bei der Vorstellung der Busse sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte), dies sei eine Investition in die Zukunft, „die im Moment wehtut, aber richtig war“. Am Freisinger Südring entsteht derzeit ein moderner, 12 000 Quadratmeter großer Betriebshof mit einem Gebäude für die Mitarbeitenden, Werkstatthalle und Waschanlage. Der Ladevorgang der Busse dauert drei bis fünf Stunden. Den Strom liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände mit einer Leistung von 300 Kilowatt Peak. Bis der Busbetriebshof fertig ist, wird ein Provisorium in der Luitpoldanlage eingerichtet. Vermutlich im Januar werden die Fundamente des neuen Betriebshofs erstellt, Ende 2026 soll er komplett fertig sein. Genutzt werden soll er schon im Sommer, wenn der Volksfestplatz geräumt werden muss.
Informationen zu allen Neuerungen und zum Fahrplan gibt es auf der Internetseite www.freisinger-stadtwerke.de.

