Das Freisinger Uferlos-Festival ist gerettet. Vom 8. bis zum 17. Mai 2026 kann in der Luitpoldanlage wieder gefeiert werden – mit der Stadt Freising als neuem Hauptsponsor im Rücken und einem neuen Mann an der Spitze der veranstaltenden Uferlos eGmbH. Der 30-jährige Veranstaltungskaufmann Lemarr Baqai wird als Geschäftsführer Nachfolger von Vipo Maat, der sich aus dem operativen Geschäft zurückzieht.
80 000 Euro ist der Sponsoringvertrag mit der Stadt Freising wert, den Maat und Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher am Montag unterzeichneten. Die Höhe der Summe hatte der Finanzausschuss des Stadtrats zuletzt einstimmig bewilligt – nach einigem Ringen, weil die Stadtverwaltung unter dem Eindruck der schwierigen Haushaltssituation hier Einsparpotenzial identifiziert hatte. Angetrieben von der früheren Kulturreferentin Susanne Günther und ihrem Nachfolger Nico Heitz, war es den Stadträtinnen und Stadträten am Ende aber quer durch die Fraktionen wichtiger, das liebgewonnene Festival für die Stadt Freising zu retten.
Gestartet 2009, hatte das Uferlos in Freising zunächst eine lupenreine Erfolgsgeschichte mit bis zu 100 000 Besuchern im Jahr geschrieben, bis es primär durch die Coronapandemie in Schieflage geriet. Für 2025 hatte Vipo Maat dann die Reißleine gezogen und die Veranstaltung abgeblasen – aufgegeben hat er aber nicht. Es sei nicht einfach, solch ein Festival zu schultern, sagte er am Montag: „Da ist schon vieles an mir hängen geblieben.“ Das Uferlos sei aber „eine Idee von vielen Freisingern gewesen und werde auch von vielen getragen“. Deshalb sei er glücklich, dass es jetzt weitergehen könne.
Der neue Chef der Uferlos eGmbH geht mit „Respekt und großer Vorfreude“ an seine neue Aufgabe. Lemarr Baqai hat im Freisinger Lindenkeller gelernt und sieht seine Kernaufgabe zunächst darin, die Gemeinschaft, die zum Erfolg des Festivals beiträgt, neu zu beleben, verdeutlichte er. Weil derzeit der Busbahnhof der Stadt Freising provisorisch in der Luitpoldanlage untergebracht ist, wird das Uferlos 2026 etwas kleiner ausfallen, von 10 bis 20 Prozent gehen die Organisatoren aktuell aus. Konzeptionell wird sich zunächst nichts ändern, Baqai möchte das Festival vorrangig finanziell gut aufstellen, um die Zukunft zu sichern.

Denn auch wenn die volle Sponsoring-Summe noch in diesem Jahr ausbezahlt wird, bleiben Unwägbarkeiten. Vor allem das Wetter, das den zur Finanzierung wichtigen Getränkeumsatz schmälert, kann den Veranstaltern leicht einen Strich durch die Rechnung machen.
Zur Rettung soll daher auch ein Crowdfunding beitragen, das demnächst startet (https://www.startnext.com/uferlos-festival). Hier können die Festivalfans selber zu Sponsoren werden. Vorgemacht hat das bereits der Freisinger Abseits-Verein, der 10 000 Euro für das Festival gespendet hat.

