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Corona-Regeln im Landkreis Freising:Verunsicherung bei Tagesmüttern

Kinderbetreuung in einer Kita

Für die Betreuung der Kinder muss jede Tagesmutter einen Hygieneplan vorlegen.

(Foto: dpa)

Hygieneregeln spielen in Zeiten von Corona bei der Tagesbetreuung von Kindern eine große Rolle. Die Tagesmütter sind bislang gut durch die Krise gekommen. Einfach war das aber nicht.

Von Gudrun Regelein, Freising

Die Coronakrise habe zwar auch die Tagespflege getroffen, sagt Susanne Müller, Leiterin des Tageselternzentrums Freising. "Während des Lockdowns gab es keine beziehungsweise nur eine Notbetreuung. Aber zum Glück war es zumindest wirtschaftlich für die Tagesmütter keine Katastrophe." Viele Ängste und Verunsicherungen aber waren und sind auch heute noch da.

Den Entgelt der Tagespflegepersonen - zumeist sind es Tagesmütter - habe während des Lockdowns das Amt für Jugend und Familie am Freisinger Landratsamt weiterhin bezahlt, das sei ziemlich früh bekannt gewesen und habe für große Erleichterung gesorgt, erzählt Müller. Los ging es dann wieder mit einer Notbetreuung am 27. April, damals durften Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiteten, ihre Kinder wieder in die Tagespflege geben. Die Tagespflege für die anderen Eltern startete dann am 11. Mai, die Großtagespflege schließlich am 25. Mai.

"Die Eltern waren natürlich erleichtert", berichtet Müller. Corona-bedingte Kündigungen von Familien habe es keine gegeben. Der Lockdown, als oft Homeoffice neben der Kinderbetreuung lief, sei für die meisten Eltern nervenaufreibend gewesen. Inzwischen laufe wieder alles relativ normal und funktioniere erstaunlich gut. Auch wenn es anders sei als früher und es nach wie vor viele Fragen gebe. "Ich habe momentan viele Anrufe. Tagesmütter wollen beispielsweise wissen, was sie tun müssen, wenn die Klasse eines von ihr betreuten Kindes in Quarantäne muss", berichtet Susanne Müller. Die Verunsicherung sei groß, was man dürfe und was nicht. Im Juli habe es deshalb bereits einen Infoabend gegeben, der auf große Resonanz gestoßen sei.

Jede Tagesmutter braucht einen Hygieneplan

Abstands- und Hygienevorschriften gelten natürlich auch in der Tagespflege. "Jede Tagesmutter braucht einen Hygieneplan", berichtet Müller. Häufiges Händewaschen sei inzwischen selbstverständlich, es wird immer wieder gut durchgelüftet und die Tagesmutter muss dokumentieren, wer wann kommt. Die Eltern müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, die Tagesmütter selbst aber tragen keine Masken. Und auch die Abstandsregeln funktionieren mit sehr kleinen Kindern nicht. "Genauso wenig, wie in einer Krippe oder im Kindergarten. Wenn ein Kind hinfällt und weint, dann muss man es natürlich in den Arm nehmen und trösten." Dennoch gab es bislang nur einen positiv getesteten Fall, ein Tageskind. Mit der Konsequenz, dass alle Kontaktpersonen sofort in Quarantäne mussten. "Das zieht dann natürlich schon gleich heftige Kreise", sagt Susanne Müller.

Im Landkreis gibt es derzeit etwa 85 Tagespflegepersonen, berichtet Cornelia Aimer, die im Amt für Jugend und Familie im Fachbereich Kindertagespflege arbeitet. In der vergangenen Woche startete ein neuer Qualifizierungskurs, zumeist sind es Frauen, die sich hier zur Tagesmutter ausbilden lassen. 160 Stunden umfasst der Kurs, der bis Ende Januar läuft. "Dann wird es, falls es optimal läuft, 13 neue Tagesmütter geben", sagt Aimer. Die Tagespflege sei gut ausgelastet, die Nachfrage sei groß.

Etwa 400 Kinder - die meisten sind im Alter von bis zu drei Jahren - werden von Tagesmüttern oder in der Großtagespflege betreut. Tagesmütter dürfen sich um maximal fünf Kinder gleichzeitig kümmern, die Großtagespflege mit bis zu zehn Kindern und zwei Betreuerinnen findet in separaten, also angemieteten Räumen statt. Zwölf dieser Angebote gibt es mittlerweile im Landkreis: darunter drei im Stadtgebiet und zwei erst kürzlich eröffnete in Neufahrn.

"Kindertagespflege ist ein anerkanntes und gefördertes Betreuungs- und Bildungsangebot", betont Aimer. Es biete neben kleinen Gruppen eine individuelle und flexible Betreuung. "Das schätzen die Eltern wahrscheinlich besonders." Bei den Tagesmüttern aber gebe es eine große Fluktuation, das sei ein Kommen und Gehen. Derzeit sei deren Zahl ausreichend, "aber es dürften mehr sein", sagt Aimer. "Wir haben hier einen Zuzugslandkreis mit erhöhten Geburtenzahlen." Zuständig für die Tagespflege im Stadtgebiet ist das Tageselternzentrum Freising, in Eching ist es der Verein Kind im Fokus, in Neufahrn das Tagesmütterprojekt Neufahrn und für die anderen Landkreisgemeinden das Amt für Jugend und Familie Freising.

© SZ/nta

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