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Freisinger Tafel:Vorgepackte Tüten erleichtern die Ausgabe

Gerold Blaumoser, Gundi Kürten, Florian Herrmann, Johann May und Manfred Schimmerer (von links) in den Räumen der Tafel.

(Foto: Marco Einfeldt)

Eine neue Strategie der Tafel bewährt sich in der Corona-Krise und soll auch künftig beibehalten werden.

Von Henrike Adamsen, Freising

Mit der Strategie, nur noch vorgepackte Tüten auszugeben, kann die Freisinger Tafel Abstandsgebote einhalten und Wartezeiten reduzieren. "So stellen wir sicher, dass sich maximal zwei der freiwilligen Helfer gleichzeitig im Raum aufhalten", sagt Vorsitzender Manfred Schimmerer. Dieser Corona-taugliche Ausgabemodus habe sich bewährt, deshalb wolle man ihn nach dem Ende der Pandemie beibehalten.

Um den Kontakt bei der Ausgabe der Waren weiter zu begrenzen, sei jedem Kunden ein dreißigminütiges Zeitfenster zum Abholen zugeteilt worden. "Das funktioniert sehr gut und führt dazu, dass wir den Ablauf deutlich komprimieren konnten", erklärte Schimmerer am Dienstag bei einem Besuch von Staatsminister Florian Herrmann (CSU). Die Spenden, aus denen sich der gemeinnützige Verein finanziert, seien in diesem Jahr allerdings rückläufig. Einen gewissen Ausgleich lieferte Herrmann bei der Führung durch die Einrichtung. Der Staatskanzlei-Chef übergab der Tafel einen Check in Höhe von 1500 Euro, der Hälfte der diesjährigen Diätenerhöhung, da er halb für den Landtag und halb für die Staatskanzlei arbeitet. "Das können wir gut gebrauchen", freute sich die zweite Vorsitzende Gundi Kürten.

Wer nicht mobil ist, bekommt die Tüten nach Hause geliefert

Bei seinem Besuch erkundigte sich der Staatsminister nach der aktuellen Situation des Vereins. Sowohl die Nachfrage als auch das Angebot an Lebensmittelspenden sei in den vergangenen Monaten in etwa gleich geblieben, lautete das Fazit. Zurzeit versorge die Freisinger Tafel 230 Haushalte und damit 560 Personen. Für die Kunden ergebe sich mit den fertig gepackten Tüten der Nachteil, dass ab und zu ungewollte Lebensmittel darunter seien. Für solche Fälle habe die Tafel draußen einen Stand aufgebaut, an dem man diese Lebensmittel abgeben könne. Für die etwa 30 Berechtigten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mobil sind, habe die Tafel zusätzlich einen Service eingerichtet, um ihnen die Lebensmittel nach Hause zu liefern.

Besonders erfreut sei er über die sechs jungen Neuzugänge, die die Arbeit der Tafel nun unterstützen werden, sagte Manfred Schimmerer. Wegen der Corona-Situation stehen knapp 20 der 75 aktiven Freiwilligen derzeit nicht für Einsätze zur Verfügung, da sie aufgrund ihres Alters und wegen Vorerkrankungen Vorsicht walten ließen. Nach dem Rundgang durch Ausgabe-, Lager- und Kühlraum richtete Schimmerer im Namen der Freisinger Tafel noch eine Bitte an Herrmann: Der Verein möchte den bayerischen Landtag gerne besuchen, wie schon vor fünf Jahren. Das will Florian Herrmann versuchen zu ermöglichen, "aber heuer wird es wohl nicht mehr gehen", räumt der Staatsminister und Corona-Koordinator ein. Für das nächste Jahr lasse sich der Besuch aber sicherlich organisieren.

© SZ vom 27.08.2020/nta
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