Erleichterung in Freising: Die mittlerweile bundesweit bekannten „Marienstörche“ haben endlich ein Einsehen gehabt und sind in ihren neuen, künstlichen Horst umgezogen. Offenbar keinen Tag zu früh, denn allem Anschein nach haben die Vögel dort nun mit der Brut begonnen.
Wochenlang hatten die beiden Jungstörche die Stadt in Atem gehalten, weil sie partout auf der Säule mitten auf dem Freisinger Marienplatz nisten wollten – auf der Krone der Marienfigur, um genau zu sein. Das rief nicht nur Vogelexperten auf den Plan, die dafür auf der viel zu kleinen Fläche kaum Aussicht auf Erfolg sahen. Auch Denkmalschützer schlugen Alarm, weil sich die Krone unter der Last bereits verbogen hatte und man weitere Schäden befürchtete.
Um den Marienstörchen zu helfen und ihre wachsende Fangemeinde zu beruhigen, ließ die Stadt schließlich einen künstlichen Horst anfertigen, der in der vergangenen Woche auf dem Marcushaus schräg gegenüber montiert wurde. Die Störche aber blieben hartnäckig auf Marias Haupt – bis schließlich das gesamte Nistmaterial in den neuen Horst gebracht wurde.
Solcherart zum Umzug genötigt, hat das Storchenpaar sich nun tatsächlich dort niedergelassen, auch wenn es am Wochenende immer noch wieder Sichtungen auf der nun blanken Krone gab. Manfred Drobny, Umweltreferent des Stadtrats, freut sich über die Entwicklung. Er ist sich ziemlich sicher, dass inzwischen schon Eier in dem Nest liegen.

Auch die Facebookgruppe der „Freisinger Storchenfreunde“ freut sich über den guten Ausgang des Dramas. Sie nährt in einem Beitrag den Verdacht, dass der „Maria mit ihrer etwas ramponierten Kronen-Frise“ das ganze „Gestorche sicher im etwas steinernen Herzen gefallen“ hat.
Ganz ohne die Vögel muss die Säulenheilige aber auch gar nicht auskommen. Mittlerweile nisten insgesamt drei Storchenpaare in der Altstadt rund um den Marienplatz – und Umweltreferent Drobny denkt schon darüber nach, die Universitäts-, Fairtrade-, Bier- und Rosenstadt Freising nun auch noch zur Storchenstadt ausrufen zu lassen.

