Die Gewinne aus den einen Geschäftsbereichen werden nicht ausreichen, um das Defizit aus den anderen auszugleichen. Deshalb gehen die Freisinger Stadtwerke für das kommende Jahr von einem Minus von knapp 1,9 Millionen Euro aus. Dies habe aber keine Auswirkungen auf die Kundschaft, versichert Geschäftsführer Dominik Schwegler. Der Wirtschafts- und Stellenplan für das Jahr 2023 war am Dienstag Gegenstand der Sitzung des Werkausschusses. Dieser empfahl dem Freisinger Stadtrat, die aktuellen Planungen zu beschließen.
Das größte Defizit erwarten die Stadtwerke im Betrieb des Schwimmbades "Fresch". Laut einer Pressemitteilung wird zwar eine hohe Besucherzahl von 319.500 Badegästen prognostiziert, doch dies reicht bei weitem nicht aus, um die Betriebskosten zu decken. Die Stadtwerke rechnen mit einem Verlust von gut vier Millionen Euro. Schuld daran seien gestiegene Energie- und Materialkosten sowie eine deutliche Tariferhöhung für die Beschäftigten. Eine Erhöhung der Eintrittspreise würde nicht ausreichen, um den Verlust auszugleichen, sagt Schwegler.
Die Stadtbusse fahren aufgrund der hohen Kraftstoffpreise ein Defizit von 3,1 Millionen Euro ein
Was die Parkhaus- und Verkehrs-GmbH anbelangt, wird diese aller Voraussicht nach ein Minus von knapp 3,1 Millionen Euro einfahren. Dies liege an den gestiegenen Preisen für Kraftstoff, erklärt der Geschäftsführer. Vergleichsweise gering fällt dagegen das Defizit bei der Trinkwasserversorgung aus. Die Stadtwerke rechnen mit einem Absatz von etwa drei Millionen Kubikmetern. Doch auch in diesem Geschäftsbereich schlagen steigende Energie-, Instandhaltungs- und Personalkosten zu Buche. Am Ende bleibt wohl ein Verlust von 239.000 Euro übrig. Daraus resultierend müssen wohl die Wasserpreise neu kalkuliert werden - sprich, das Wasser wird im darauf folgenden Geschäftsjahr teurer werden.
In die Planungen für das kommende Jahr fließt ebenso der Gewinn aus der Versorgungs-GmbH der Freisinger Stadtwerke ein. Diese liefert Strom und Gas an ihre Kundschaft. Das Plus aus dieser Sparte soll laut Plan 4,6 Millionen Euro betragen. "Das Ergebnis ist konstant", sagt Schwegler. Im Gegensatz zu anderen Versorgern sei die Energieversorgung in Freising finanziell nicht gefährdet. "Sie steht gut da", versichert Schwegler. Die Information über die Gebührenerhöhung, die in den vergangenen Tagen in manchen Briefkästen lag, habe nichts mit dem erwarteten Defizit der Stadtwerke zu tun. Diese gäben nur die aktuellen Bezugspreise an die Kundschaft weiter. Und die sind derzeit eben hoch. Weil die Stadtwerke der Stadt Freising gehören, wird diese wohl oder übel das Defizit ausgleichen müssen.
Die Stadtwerke haben für das Jahr 2023 einiges an Investitionen eingeplant
Nichts verändern soll sich laut Pressemitteilung der Stadtwerke im Bereich ihrer Wohnimmobilien. Diese werden unverändert ein Ergebnis von 343.700 Euro einfahren. Aus der Beteiligung an der Fernwärmeversorgung Freising GmbH ist für 2023 ein Ertrag von 500.000 Euro prognostiziert.
Die Stadtwerke haben für das kommende Jahr einiges an Investitionen geplant. Allein das Volumen für die Trinkwasserversorgung liegt bei 3,7 Millionen Euro. Beinhaltet sind die Erneuerung und der Neubau von Wasserversorgungsleitungen sowie Hausanschlüssen, Planungen für eine weitere Wassergewinnung und Investitionen in Bestandsanlagen. Dazu zählt ebenso die Installation einer Photovoltaikanlage in Verbindung mit der Sanierung des Dachs des Vöttinger Wasserwerks.
Auch das Schwimmbad könnte mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden
2,2 Millionen Euro hat die Geschäftsleitung der Stadtwerke für die Instandhaltung des "Fresch" eingeplant. Für den Badebetrieb selbst sind 350.000 Euro vorgesehen. Es gibt Überlegungen, auch das Schwimmbad mit einer Photovoltaikanlage auszustatten.
Fünf Millionen Euro stecken die Stadtwerke in die Netze und gemeinsamen Betriebsteile der Versorgungs-GmbH. Die Aufwendungen für deren Unterhalt liegen laut Plan bei 2,3 Millionen Euro. Was die Freisinger Parkhaus und Verkehrs-GmbH anbelangt wollen die Stadtwerke für 460.000 Euro neue Wartehallen für die Stadtbusse bauen. Bei den Parkhäusern belaufen sich die Investitionen auf 430.000 Euro.
Die Stadträtinnen und Stadträte im Werkausschuss haben überdies einer zusätzlichen Investition zum Gesamtplan des laufenden Jahres zugestimmt. Dabei geht es um Hausanschlüsse im Rabenweg im Freisinger Stadtteil Lerchenfeld, die so nicht vorhersehbar gewesen war.
