FreisingEin Ort zum Experimentieren für Groß und Klein

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Spaß am Experimentieren: Curiocity-Geschäftsführer Kim Ludwig-Petsch hat mit Hilfe eines großen Kaleidoskops viele Gesichter.
Spaß am Experimentieren: Curiocity-Geschäftsführer Kim Ludwig-Petsch hat mit Hilfe eines großen Kaleidoskops viele Gesichter. Marco Einfeldt
  • Die Initiatoren Kim Ludwig-Petsch und Annika Strömmer wollen nach dem gescheiterten Science Center am Flughafen eine Pop-up-Lösung in Freising starten.
  • Die TU München sagte die kostenlose Überlassung der 1300 Quadratmeter großen Fläche ab, da Curiocity nicht genügend kostenfreie Veranstaltungen zusagen konnte.
  • Ende 2026, Anfang 2027 soll das erste große Science Center in Bayern mit Unterstützung von Nobelpreisträger Ferenc Krausz eröffnet werden.
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Die Wissensvermittler Annika Strömmer und Kim Ludwig-Petsch möchten ein Science Center eröffnen. Am Flughafen hat das nicht geklappt, nun wollen sie mit einer Pop-up-Lösung in Freising starten.

Von Petra Schnirch, Freising

In diesen Tagen hätte das Science Center am Lab-Campus des Flughafens eigentlich an den Start gehen sollen. Ein Ort zum Experimentieren für Groß und Klein, um Naturphänomene auf spielerische Weise verstehen zu lernen. So war es vor einem Jahr publik geworden. Doch diese Pläne haben sich im Herbst überraschend zerschlagen. Die beiden Initiatoren Kim Ludwig-Petsch und Annika Strömmer sind dennoch optimistisch, zumindest in kleinerem Umfang bald eine Experimentierfläche anbieten zu können. Als Pop-up-Lösung in der Freisinger Innenstadt – eine „Art Schaufenster“ für das, was noch kommen soll.

Zu konkreten Örtlichkeiten will sich Kim Ludwig-Petsch zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern, die Gespräche laufen noch. Die Stadt und andere Institutionen unterstützen die Organisatoren bei der Suche. Langfristiges Ziel aber ist, Räume für das erste große Science Center in Bayern zu finden. Ludwig-Petsch hält das für einen „realistischen Traum“. Ende 2026, Anfang 2027 soll es so weit sein. „An dem Konzept halten wir fest.“ Ein prominenter Schirmherr ist in Physik-Nobelpreisträger Ferenc Krausz bereits gefunden. Moderator Willi Weitzel („Willi wills wissen“) möchte die Initiative ebenfalls unterstützen.

In der Mint-Garage in Freising gibt Ludwig-Petsch einen Einblick, was die Besucherinnen und Besucher künftig erwartet. In der alten Baracke der TU München an der Blumenstraße erkunden Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ehrenamtlichen Coaches naturwissenschaftliche Phänomene. Dort stehen aber auch schon Exponate für das neue Science Center bereit, zum Beispiel eine Installation, die demonstriert, wie ein Tornado entsteht.

Dazu braucht es nicht viel. Einen Wasserbehälter, kleine Nebelmaschinen und ein Gestell, in dem ein Ventilator oben Luft ansaugt und durch Löcher in seitlichen Röhren wieder ausstößt. Die Nebelschwaden schlängeln sich nach oben, in der Mitte erkennt der staunende Betrachter das Auge des Orkans. So machen Mint-Fächer wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik auch denjenigen Spaß, die mit ihnen in ihrer Schullaufbahn eher auf Kriegsfuß standen.

Der Nebeltornado schlängelt sich wie von Geisterhand gemacht nach oben.
Der Nebeltornado schlängelt sich wie von Geisterhand gemacht nach oben. Marco Einfeldt
In der Werkstatt der Mint-Garage bereitet Dominik Winkler das Material für neue Versuche vor.
In der Werkstatt der Mint-Garage bereitet Dominik Winkler das Material für neue Versuche vor. Marco Einfeldt

Annika Strömmer und Kim Ludwig-Petsch leben diese Art der Wissensvermittlung mit viel Leidenschaft. Kennengelernt haben sie sich vor zweieinhalb Jahren über die Mint-Initiative. Schnell entwickelten sie die Idee, ein großes Science Center auf die Beine zu stellen. Anfang 2024 gründeten sie Curiocity, eine gemeinnützige GmbH. Wenig später kam das Angebot, im Lab 48 am Flughafen eine etwa 1300 Quadratmeter große Fläche im Erdgeschoss zu beziehen, die ihnen die TUM kostenlos und für mehrere Jahre zur Verfügung stellen wollte. Ebenso überraschend platzte dieser Traum.

„Das war schon eine Enttäuschung“, gesteht Ludwig-Petsch. „Wir hatten bereits viel geplant für die konkrete Ausstellung.“ Für ihre Absage führt die TUM, die am Lab-Campus einen neuen Forschungsstandort einrichten will, mehrere Gründe an. Da sie eine staatliche Einrichtung sei, müsste die private Curiocity gGmbH „zumindest in relevantem Umfang“ kostenfrei zugängliche Veranstaltungen im Aufgabenbereich der Universität anbieten, erklärt der stellvertretende Pressesprecher Stefan Kögler. „Diese Voraussetzung für eine mietfreie Überlassung konnte der TUM im Ergebnis vom Unternehmen leider nicht zugesagt werden.“ Zudem habe die TUM entschieden, die Flächen selbst zum Aufbau eines neuen Standorts mit dem Schwerpunkt Innovation, Robotik und künstliche Intelligenz zu nutzen – und damit Forschung und gesellschaftlichen Transfer zu ermöglichen, was an anderen Orten nicht im gleichen Maße umsetzbar wäre.

„Physik des Fliegens“ heißt eine der ersten Ausstellungen

Unterdessen blicken Strömmer und Ludwig-Petsch nach vorn. In ein bis zwei Monaten hofft das Curiocity-Team, Pop-up-Räume im Herzen von Freising mit einer Fläche von 150 bis 200 Quadratmeter beziehen zu können. Nachhaltige Lösung sei das aber keine, sagt Ludwig-Petsch. Das Ziel bleibt eine große Ausstellung mit Werkstattbereich, die nicht nur Kinder und Familien ansprechen soll, sondern alle, die neugierig geblieben sind und gern experimentieren. Nur in dieser Größenordnung könne ein großer Teil der Kosten für Personal und Material über die Einnahmen gedeckt werden.

Dass das Konzept ankommt, haben die Wissenstage in München gezeigt. Curiocity hatte dort mehrere Stationen aufgebaut und sprach damit Tausende Besucherinnen und Besucher an. Kooperationspartner von Curiocity ist die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Unterstützung sagt nach wie vor auch die TUM zu. „Wir unterstützen den Grundgedanken der Mint-Garage beziehungsweise des Science Centers grundsätzlich weiterhin und bringen uns bei der Vermittlung von alternativen räumlichen Optionen mit ein“, so Sprecher Kögler.

Die nächsten Schritte von Curiocity sind die Gründung eines Fördervereins, zudem werden weitere Partner gesucht. Erste Ausstellungen sind für dieses Jahr bereits in Planung, etwa zur Physik des Fliegens und, gemeinsam mit der TUM, zur Baum-Mensch-Interaktion.

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