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Camerloher-Gymnasium Freising:Ruhiger Ort in einer lauten Welt

Schülerinnen und Schüler des Camerloher-Gymnasiums mit Vertretern unterschiedlicher Religionen bei der Einweihung des "Raums der Stille" am Dienstagabend. Der Raum ist als überkonfessioneller Rückzugsort gedacht.

(Foto: Marco Einfeldt)

Am Camerloher-Gymnasium gibt es nun einen "Raum der Stille" für Meditationen und schulpastorale Angebote. Schülerinnen und Schüler haben das ehemalige Klassenzimmer selbst gestaltet.

Viele kennen das: Momente, in denen alles zu viel und zu hektisch zu sein scheint und man nichts anderes möchte, als einen Augenblick Ruhe, um bei sich zu sein. Nur bloß wohin mit den ganzen Sorgen und Gedanken? Um so einen Ort zu schaffen, hat das Freisinger Camerloher-Gymnasium einen "Raum der Stille" eingerichtet. Er steht allen Schülerinnen und Schülern zu Verfügung, egal welche Konfession sie haben oder ob sie überhaupt einer angehören. "Seit vielen Jahren ist das ein Anliegen in unserer Schule", erklärt Daniela Görlich-Kunert, Oberstudienrätin für katholische Religion und Deutsch. "Ich bin optimistisch, dass er viel benutzt wird." Am Dienstagabend wurde der Raum der Stille offiziell eingeweiht.

Seit September 2018 beschäftigen sich 15 Schülerinnen und Schüler des Camerloher-Gymnasiums, unter der Leitung von Daniela Görlich-Kunert, mit dem Projektseminar "Raum der Stille". Im Rahmen des P-Seminars, so Görlich-Kunert, habe man ähnliche Räume am Neufahrner Oskar-Maria-Graf-Gymnasium und am Flughafen München besucht und schließlich eine interne Umfrage gestartet, um zu verstehen, was die allgemeine Stimmungslage ist. "Die Nachfrage ist da", sagt die Oberstudienrätin. "Der interkulturelle Dialog ist am Camerloher-Gymnasium besonders wichtig, die Schule hat in dieser Hinsicht eine gewisse Tradition und unsere Schülerinnen und Schüler sind sehr offen."

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In den Schränken finden sich bisher ein Kreuz, ein islamischer Gebetsteppisch und Symbole aus Judentum und Buddhismus

Der Raum der Stille war ursprünglich ein Klassenzimmer und wurde nun umgestaltet. Das Ausstattungs- und Farbkonzept haben die Schüler selbst innerhalb des Seminars entwickelt: "Wir haben uns für warme Farben wie Rot und Orange entschieden", sagt Görlich-Kunert. Außerdem sei der Raum nicht mit den gewöhnlichen Stühlen und Tischen, sondern mit Teppichboden und Kissen ausgestattet. Da er als überkonfessioneller Ort gedacht ist, habe man auf religiöse Symbole an den Wänden bewusst verzichtet. "Religiöse Symbole sind allerdings in den Schränken zu finden und stehen allen zur Verfügung, zum Beten oder Meditieren", sagt die Oberstudienrätin. Derzeit habe man schon ein Kreuz, einen islamischen Gebetsteppich und Symbole aus Judentum und Buddhismus - und man wolle die Sammlung erweitern. Auch Entspannungsübungen wie Mandalas, Bücher oder meditative Musik seien vorhanden.

Zukünftig, so Görlich-Kunert, soll der Raum nur als Rückzugsort und für Meditationen und andere schulpastorale Angebote in Religion und Ethik genutzt werden. "Es werden dort keine normalen Unterrichte stattfinden, ein Pausenraum ist er auch nicht", erklärt die Lehrerin. Sie ist optimistisch, dass er von den Schülerinnen und Schülern genutzt wird. "Auch in unserer Schule gibt es manchmal schwierige Situationen, über die man nachdenken will." Der Raum ist dafür ein geschützter Ort, in einer Welt, die manchmal zu schnell und laut ist.

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