bedeckt München
vgwortpixel

Kommunalwahl in Freising:Die FDP setzt auf Barschdorf und viele Frauen

Oberbürgermeisterkandidat Jens Barschdorf führt die FDP-Liste für den Freisinger Stadtrat an.

(Foto: Marco Einfeldt)

FDP stellt Stadtratsliste vor und nominiert OB-Kandidat Jens Barschdorf.

Mit ihrem nun offiziell gewählten Oberbürgermeisterkandidaten Jens Barschdorf an der Spitze zieht die FDP in den Freisinger Kommunalwahlkampf. Die Stadtratsliste, die am Mittwochabend dafür aufgestellt wurde, ist ziemlich jung und überraschend weiblich: Auf den ersten zwölf Plätzen kandidieren sechs Frauen - und das ganz ohne "Quote", wie Kreisvorsitzender Martin Alberti nach der Nominierungsveranstaltung betonte. Alberti selber tritt auf Platz drei an, hinter Barschdorf und der Unternehmerin Gudrun Petz, und vor FDP-Urgestein Anna-Maria Sahlmüller. Die einzige amtierende Stadträtin der Liberalen hatte kurz vor der Wahl noch den eigentlich für sie vorgesehenen Listenplatz zwei für Gudrun Petz frei gemacht.

Barschdorf hatte vor seiner Nominierung zum OB-Kandidaten kurz seine Vorstellungen von einer künftigen Stadtpolitik skizziert. So möchte er das Ehrenamt insgesamt stärken und ganz konkret den Nutzen der Ehrenamtskarte in Freising verbessern. Für das Jugendtraining der Sportvereine sollten in seinen Augen keine Hallennutzungsgebühren verlangt werden, "stattdessen wird es den Vereinen immer nur noch schwerer gemacht", kritisierte er.

Die FDP-Liste

1. Jens Barschdorf, 2. Gudrun Petz, 3. Martin Alberti, 4. Anna-Maria Sahlmüller, 5. Theresa Rudolph, 6. Burkard Heckelbacher, 7. Thomas Filser, 8. Renate Moschner, 9. Alexander Taysi, 10. Barbara Wunder, 11. Wendelin Hege, 12. Jasmin Pospiech, 13. Daniel Völker, 14. Sebastian Lanzinger, 15. Wolf-Dieter Niemann, 16. Julien Dumat, 17. Dorothea Sahlmüller, 18. Christoph Hald, 19. Peter Moschner, 20. Can Taysi, 21. Philipp Farah, 22. Andreas Bierbaum, 23. Martin Schädlich, 24. Nils Kurzen, 25. Johannes Moll, 26. Maik Ruscher, 27. Hans Sahlmüller, 28. Fabian Sicken, 29. Tom Reibert, 30. Christian Berthold, 31. Renée Barschdorf, 32. Markus Peschel, 33. Benedikt Untermarzoner. vo

Barschdorf fordert ein besseres Verkehrskonzept und mehr Transparenz in der Politik

Mit Blick auf die Verkehrspolitik in Freising sagte Barschdorf, er könne es verstehen, wenn Eltern ihre Kinder lieber mit dem Auto zum Sport oder zum Kindergarten und in die Schule bringen. Beim Neubau von Schulen würden oft die Fahrradwege "gar nicht mitgedacht", das beste Beispiel seien die Realschule und die Montessorischule in Lerchenfeld, zu denen es keinen Radweg gebe. Barschdorf: "Das ist eine Schande für die Radlstadt Freising". Bei neuen Durchgangsstraßen müsse künftig deshalb ein Radweg gleich mitgeplant werden und vor allem für die Anbindung der Schulen müsse ein Radwegekonzept erstellt werden. Als weitere Forderungen zur Verkehrspolitik nannte der FDP-Kandidat effizientere Routen für die Stadt- und Schulbusse, den Einsatz moderner, CO₂-neutraler Fahrzeuge und die Fertigstellung der Umgehungsstraßen, um die Lastwagen aus der Stadt herauszubringen. Außerdem brauche es ein Verkehrskonzept für Freising, "mit dem die Autofahrer auf ihrem Weg durch die Stadt nicht an jeder Ampel stehen".

Zum Thema Umwelt bedauerte Barschdorf, dass beim Umbau der Freisinger Innenstadt keine neuen Bäume gepflanzt worden seien. Hier habe man eine echte Chance verpasst, die Altstadt grüner, heller und freundlicher zu machen. Insgesamt will Barschdorf, so er denn gewählt wird, die Politik der Stadt transparenter machen, unter anderem sollen die Sitzungen des Stadtrats dann via Internet übertragen und die Protokolle veröffentlicht werden. Die FDP will zudem ein "echtes Kinderbetreuungskonzept von der Kindertagesstätte bis in die Schule" umsetzen, Barschdorf möchte Wohnraum schaffen und aus Freising nicht nur die jüngste, sondern auch die "familien- und kinderfreundlichste Stadt" in Bayern machen.

Statt immer nur alles schlecht zu reden, müsse man "aus positivem Antrieb Politik machen", wie er sagte: "Freising ist eine tolle Stadt, aber wir können sie noch viel besser machen."

Politik in Bayern Die komplizierteste Wahl Bayerns steht an

Kommunalwahl 2020

Die komplizierteste Wahl Bayerns steht an

In fünf Monaten sind im Freistaat Kommunalwahlen. Wie funktionieren sie? Worauf müssen Wähler achten und warum sind die Stimmzettel so groß? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.   Von Kassian Stroh