Kommunalwahl in Freising„Für Freising ist es am besten, wenn man Konsenspolitik betreibt“

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Mit dem neuen Stadtrat will die künftige Oberbürgermeisterin Monika Schwind (FSM) eine gute Arbeitsgrundlage finden, hier am Wahlabend im Gespräch mit dem noch amtierenden OB Tobias Eschenbacher. Links Nico Heitz (Grüne), der in der Stichwahl unterlegen ist.
Mit dem neuen Stadtrat will die künftige Oberbürgermeisterin Monika Schwind (FSM) eine gute Arbeitsgrundlage finden, hier am Wahlabend im Gespräch mit dem noch amtierenden OB Tobias Eschenbacher. Links Nico Heitz (Grüne), der in der Stichwahl unterlegen ist. Tina Heun-Rattei
  • Monika Schwind (Freisinger Mitte) wird neue Oberbürgermeisterin von Freising mit 60,8 Prozent und über 10 000 Stimmen.
  • Im neuen Stadtrat sind zehn Gruppierungen vertreten, wobei Freisinger Mitte und Grüne jeweils neun Sitze haben und keine Mehrheit bilden.
  • Schwind plant eine Klausurtagung nach dem Start im Mai und will durch Konsenspolitik eine gute Arbeitsebene schaffen.
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Im neuen Freisinger Stadtrat sind zehn Gruppierungen vertreten, das dürfte die Zusammenarbeit nicht ganz einfach machen. Schaffen will die neue Oberbürgermeisterin Monika Schwind das mit ihrer ausgleichenden Art und konstruktiver Arbeit.

Von Petra Schnirch, Freising

Für Monika Schwind (Freisinger Mitte) fühlt sich der Montag nach der Wahl ein klein wenig an wie ein erster Arbeitstag. Die neu gewählte Freisinger Oberbürgermeisterin wollte am Vormittag nur kurz im Rathaus vorbeischauen, um „Hallo zu sagen“. Geblieben ist sie gleich ein paar Stunden, hat erste Termine abgestimmt und mit OB Tobias Eschenbacher (FSM) am monatlichen Pressegespräch teilgenommen. Die Distanzen sind kurz, ihr Noch-Arbeitsplatz bei der Sperrer-Bank liegt nur wenige Meter entfernt.

Schwind ist sichtlich gelöst. Sie freue sich „wahnsinnig über das Ergebnis“, dass sie mehr als 10 000 Stimmen bekommen habe, insgesamt 60,8 Prozent. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich im Rathaus mit so offenen Armen empfangen werde“, sagt sie. Ihre neue Aufgabe will sie so ähnlich angehen wie ihr Vorgänger. „Wir unterscheiden uns nicht so sehr“ – sie meint damit die „ausgleichende Art“ und konstruktive Arbeit mit gut vorbereiteten Sitzungsvorlagen, „die mehrheitsfähig sind“.

Einfach wird die Mehrheitsfindung dort nicht. Im neuen Stadtrat sitzen zehn Gruppierungen, fünf haben laut der bisherigen Geschäftsordnung keinen Fraktionsstatus, weil sie nur ein oder zwei Vertreter ins Gremium entsenden: AfD, FDP, Freising für alle, Linke und ÖDP. Möglicherweise entstehen Ausschussgemeinschaften. Die Freisinger Mitte stellt neun Ratsmitglieder, ebenso die Grünen. Selbst mit der Stimme der Oberbürgermeisterin kommen die beiden großen Fraktionen zusammen bei insgesamt 40 Stadtratsmitgliedern auf keine Mehrheit. Die CSU hat sechs Sitze, die Freien Wähler haben vier im Freisinger Stadtrat.

Durch eine gute Zusammenarbeit möchte Schwind vermeiden, dass sich „Vorab-Koalitionen“ bilden. „Für Freising ist es am besten, wenn man Konsenspolitik betreibt.“ Der Beginn der aktuellen Amtsperiode nach der Wahl 2020 sei wegen der Pandemie eher holprig gewesen, erinnert sich Schwind. Damit sich die Stadträte kennenlernen, plant sie, möglichst schnell nach dem Start im Mai eine Klausurtagung zu machen, „so dass wir möglichst bald eine gute Arbeitsebene finden“.

Monika Schwind genießt den Wahlabend mit ihren Töchtern Tabea und Miriam und ihrem Mann Michael.
Monika Schwind genießt den Wahlabend mit ihren Töchtern Tabea und Miriam und ihrem Mann Michael. Tina Heun-Rattei

Mit ihren acht Mitbewerbern um das Oberbürgermeister-Amt hat das stimmungsmäßig schon mal geklappt. Sie dankte vor allem Nico Heitz (Grüne), der es mit ihr in die Stichwahl geschafft hatte und mit 39,2 Prozent ein respektables Ergebnis erzielte. „Wir haben die letzten Wochen bewiesen, dass wir ganz gut miteinander können“, sagte Schwind am Sonntag in ihrer Ansprache nach der Wahl.

Im Mittelpunkt wird in den kommenden Monaten die Vorbereitung des Haushalts für 2027 stehen. Die neuen Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat möchte sie frühzeitig einbinden. Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt ist es Jahr für Jahr eine Herausforderung, Sparpotenzial zu finden und einen Etat aufzustellen, an dem die Genehmigungsbehörde nichts auszusetzen hat. Über die notwendige Erfahrung verfügt Schwind. Die 51-Jährige gehört seit zwölf Jahren dem Stadtrat an, ist derzeit Finanz- und Liegenschaftsreferentin. Beruflich arbeitet sie seit mehr als 20 Jahren als Revisorin bei der Sperrer-Bank. Dort bleibt sie bis Ende April, um „keine offene Baustelle zu hinterlassen“. Parallel dazu möchte sie sich in das neue Amt einarbeiten. Lob gab es für Schwind von OB Eschenbacher. Er wisse, dass sie sehr kooperativ und teamfähig sei, eben „ein guter Typ“.

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