Reichweite ist für Politiker wichtig, gerade in einem Wahlkampf. Monika Schwind und die Freisinger Mitte haben hier enorm vorgelegt. Die OB-Kandidatin lächelt derzeit von Litfaßsäulen in Freising – und Ulm. Mit dem Slogan „Gemeinsam für unsere Stadt“ wirbt sie um Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Allerdings bestimmen die Ulmer am 8. März anders als die Freisinger gar keinen neuen Oberbürgermeister.
Das Plakat an der Ulmer Olgastraße sorgt gerade in beiden Städten für Heiterkeit. Aufgefallen ist die Expansion der Freisinger Wählergruppierung nach Baden-Württemberg einem Redakteur der Südwest Presse. Er fragte bei der überraschten Monika Schwind und FSM-Fraktionschef Reinhard Fiedler im Luftlinie 130 Kilometer entfernten Freising nach, was sie in Ulm denn so vorhaben.
Es habe ziemlich lange gedauert, bis er überhaupt kapiert habe, was da passiert ist, gesteht Fiedler. Darauf wäre er nicht gekommen. Schließlich sehen Litfaßsäulen überall gleich aus. Nur die Häuser im Hintergrund waren ihm auf dem zugeschickten Foto doch fremd. Eine Tatortbegehung ergab dann, dass an der Werbesäule an der Freisinger Bahnhofstraße nur zwei statt der bestellten drei FSM-Plakate hängen.
Die beauftragte Plakatfirma bespielt Werbeflächen in ganz Deutschland und wickelt den gesamten Auftrag ab. Möglicherweise sei eines der Plakate schon in der Druckerei auf dem falschen Stapel gelandet, sagt Fiedler. Er bemüht sich nun darum, dass das fehlende Poster nachgeliefert wird, zumal in den kommenden Wochen noch intensiver plakatiert wird. Die Firma hat sich auf SZ-Nachfrage nicht geäußert.
Die Kandidatin selbst findet die Panne sehr lustig, sagt sie. „Das kann einmal passieren.“ Das Bild der Ulmer Litfaßsäule hat sie auf Facebook gepostet und versichert, dass sie nicht vorhat, ihr kommunalpolitisches Engagement in ein anderes Bundesland zu verlegen.

