Die Planungen für den Bau der dritten Grundschule in Neufahrn schreiten voran. Bereits seit sechs Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit dem Großprojekt, nun wird es langsam konkreter - auch was die Kosten angeht. Laut der qualifizierten Schätzung der Architekten, die in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde, belaufen sich die Kosten für den Schulbau aktuell auf rund 37,6 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung um knapp sieben Millionen Euro im Vergleich zur ursprünglichen Schätzung von 30,7 Millionen Euro.
Wenn man jedoch das Erschließen des Grundstücks und die Ausstattung berücksichtigt, die vorher nicht mitgerechnet wurden, ergibt sich eine Erhöhung um fünf Millionen Euro. Nach Angaben der Gemeinde ist der Anstieg vor allem auf gestiegene Baukosten zurückzuführen. Für die Haushaltsplanung der kommenden Jahre stellt der Neubau der Schule jedenfalls eine riesige Herausforderung dar.
Das Gebäude soll direkt angrenzend an die Mittelschule errichtet und im Sommer 2030 fertiggestellt werden. Eine zeitliche Verschiebung ist aber nicht ausgeschlossen: Die Gemeinde hat eine neue Prognose über die zukünftigen Schülerzahlen in Auftrag gegeben, die Ergebnisse sollen im November bekannt gegeben werden. Der Bau der Schule an sich steht nicht zur Debatte, denn die Gemeinde wächst stetig und neue Wohngebiete sind geplant. Es gehe lediglich darum, den Zeitpunkt der Fertigstellung zu bestimmen, so die Rathausverwaltung.
Geplant ist eine dreizügige, dreigeschossige Schule. Im Erdgeschoss sind der Verwaltungsbereich, die Aula, weitere Funktionsräume und die Mensa mit getrennten Zugängen für Grund- und Mittelschule vorgesehen. Im ersten und zweiten Stock werden jeweils sechs Klassenzimmer, weitere Lernzimmer und die Räume für den Ganztag angeordnet.
Die Schule wird zum großen Teil aus Holz gebaut
Die Klassenzimmer sind in sogenannten Clustern organisiert, so nennt sich ein pädagogisch-architektonisches Konzept des modernen Schulbaus: Die Räume liegen nicht entlang eines Flurs wie traditionell üblich, sondern sie sind um eine gemeinsame Mitte gruppiert. Zu jedem Cluster gehören drei Klassenzimmer. Eine Besonderheit des Entwurfs liegt darin, dass die Schule zu einem großen Teil aus Holz gebaut und gestaltet werden soll. Die Experten sprechen dabei von Holzhybridbauweise. Eine Förderungen für nachhaltiges Bauen ist deshalb möglich. Der Gemeinderat hat der Vorplanung einstimmig zugestimmt und die Kostenschätzung zur Kenntnis genommen.

