Personalmangel in NeufahrnKitakrise als Chefsache

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Im Kindergarten am Keltenweg ist die Personallage besonders angespannt.
Im Kindergarten am Keltenweg ist die Personallage besonders angespannt. Marco Einfeldt
  • In Neufahrn fehlt weiterhin Kita-Personal, weshalb 80 Kinder auf der Warteliste stehen und nur Dreijährige bis Anfang Juli einen Platz bekommen.
  • Bürgermeister Ozan Iyibas hat das Thema zur Chefsache erklärt und droht Trägern mit Rekommunalisierung bei anhaltendem Personalmangel.
  • Der Kindergarten am Keltenweg betreut nur 20 statt 100 möglicher Kinder, während sich Träger Kinderland Plus als Alternative vorstellte.
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Die Lage in den Neufahrner Kitas ist nach wie vor angespannt, das Thema stand im Mittelpunkt der ersten Gemeinderatssitzung. Wird es bald Konsequenzen geben?

Von Francesca Polistina, Neufahrn

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Es ist kein neues Thema, aber eines, das Familien in Neufahrn immer noch sehr beschäftigt. Während sich in manchen Gemeinden der Geburtenrückgang spürbar macht, bleibt die Lage in der rund 21 000 Einwohner großen Kommune nördlich von München nach wie vor angespannt. Es fehlt weiterhin an Kita-Personal und somit an belegbaren Betreuungsplätzen. Der neue Bürgermeister Ozan Iyibas (CSU) hat das Thema zur Chefsache erklärt.

„Unser Ziel ist, dass jedes Kind, dass drei Jahre alt ist, auch einen Kindergartenplatz bekommt“, sagte Iyibas in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Zusagen für das nächste Kita-Jahr werden gerade verschickt: Nach jetzigem Standpunkt bekommen Kinder, die bis Anfang Juli drei Jahre alt werden und deren Eltern bei der Anmeldung mehr als eine Einrichtung angegeben haben, einen Platz. Jüngere Kinder gehen hingegen mit leeren Händen aus. Auf der Warteliste stehen aktuell 80 Kinder, so die Verwaltung. Nicht alle dieser Familien sind unbedingt auf einen Betreuungsplatz angewiesen, einige haben zum Beispiel nur einen einzigen Wunschkindergarten angegeben. Trotzdem ist der Bedarf weit größer als das Angebot.

Der neue Bürgermeister Ozan Iyibas ist seit Anfang Mai im Amt. Im Wahlkampf hatte er Konsequenzen angekündigt für die Träger, die den Personalmangel selbst nach Monaten und Jahren nicht lösen können. „Dann müssen wir uns einen neuen Träger aussuchen oder, als ultima ratio, die Einrichtung rekommunalisieren“, sagte er während einer Podiumsdiskussion im Februar. Konkrete Schritte in diese Richtung wurden noch nicht unternommen, so die Verwaltung. Aber zukünftig könnte es dazu kommen. In Neufahrn sorgt insbesondere die Lage am Kindergarten am Keltenweg, der von der Diakonie Rosenheim getragen wird, für Unmut: Dort werden aktuell 20 Kinder betreut, die Einrichtung ist aber für 100 Plätze ausgelegt. Das beeinflusse die Warteliste massiv, heißt es.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung durfte sich immerhin ein Kita-Träger, der Interesse hätte, in den Landkreis Freising zu expandieren, vorstellen. Dabei handelt es sich um das gemeinnützige Unternehmen Kinderland Plus mit Sitz in Poing, das aktuell 29 Einrichtungen in mehreren Landkreisen, vor allem aber in Ebersberg und Erding, betreibt. Der Träger hinterließ einen guten Eindruck im Gremium. Die Vorstellung geht auf einen Antrag vom letzten September der Freien Wähler zurück, die den Kontakt zu Kinderland Plus herstellten.

Christopher Aichinger (FW), Referent für Schule und Jugend, bemängelte, dass die Vorstellung von Kinderland Plus erst nach so langer Zeit zustande gekommen sei. Die Verzögerung habe verwaltungsinterne Gründe, so die Gemeinde, denn die Verwaltung sei dazu verpflichtet, mehrere Angebote einzuholen. Im Moment sei aber Kinderland Plus der einzige Interessent. Ob das Unternehmen mit Sitz in Poing tatsächlich einen Kindergarten in Neufahrn eröffnen oder übernehmen wird, ist allerdings noch offen.

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