HalloweenDie Online-Map für Süßes oder Saures

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Echte Halloween-Fans tragen sich in Neufahrn und Eching in die Online-Map ein.
Echte Halloween-Fans tragen sich in Neufahrn und Eching in die Online-Map ein. IMAGO/Christian Ohde

In Neufahrn und Eching gibt es seit sieben Jahren eine Karte mit Adressen von Familien, bei denen Halloween-Kids willkommen sind. Rund 50 Haushalte haben sich diesmal eintragen lassen.

Von Francesca Polistina, Neufahrn/Eching

Selbst wenn sich nach und nach auch hierzulande so etwas wie eine Halloween-Kultur entwickelt, sind diejenigen, die mit dem amerikanisch geprägten Brauch nicht viel anfangen können, beileibe keine Ausnahme. Deren Argumente betreffen nicht nur die enorme Kommerzialisierung der Kürbis-Faschings-Horrorshow, sondern auch pädagogische Aspekte, schließlich essen viele Kinder ohnehin schon zu viel Süßigkeiten, da braucht es nicht auch noch die Bettelei um noch mehr zuckerhaltige Produkte an den Haustüren.

Andere nehmen alles, was mit Halloween zu tun hat, bitterernst: Sie besorgen Tarantel-Gummibärchen, hängen gruselige Dekos auf und schnitzen natürlich den Kürbis. Wenn er beleuchtet vor der Tür steht, bedeutet das , dass die Kleinen klingeln dürfen, ohne mit einer genervten Antwort rechnen zu müssen.

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In Neufahrn und Eching hat man quasi schon die nächste Stufe erreicht: Dort ist Halloween im Hinblick auf Logistik ein ziemlich professionelles Ding. Begeisterte Haushalte, die bei „Süßes oder Saures“ mitmachen wollen, können sich dort nämlich bei einer Gruppe von Eltern melden. Sie werden dann auf einer Google Maps-Karte aufgenommen, die für jeden zugänglich ist und jedes Jahr aktualisiert wird. Ungefähr 50 Adressen stehen dieses Jahr auf der Halloween-Map, die inzwischen über 150 000 Aufrufe hat. Kinder sind an den eingetragenen Anschriften ausdrücklich willkommen.

Die Eintragung erfolgt auf freiwilliger Basis

Initiiert hat die Karte vor sieben Jahren Marc Bosch, engagierter Vater und nun auch Bürgermeisterkandidat in Neufahrn. Er sagt, die Stimmung bei den Kids am Halloween-Abend sei in der Regel gut, aber sie drohe auch schnell zu kippen – weil es oft kalt und regnerisch ist oder weil die Kinder nach der initialen Begeisterung keine große Lust haben, lange Strecken zu laufen. Lieber also gezielt an die Sache rangehen, das bedeutet: mit einem Plan. Das sei übrigens auch nett für die Menschen, die sich mit Süßigkeiten und Dekos Mühe geben und daheim auf die kleinen Hexen oder Gespenster warten. Es wäre so schade, wenn kaum ein Kind vorbeikommen würde, so Bosch.

Datenschutzrechtlich hat übrigens der Initiator keine Bedenken. Die Online-Karte ist zwar für alle offen, aber die Eintragung erfolge rein auf freiwilliger Basis, betont er. Diejenigen, die es nicht möchten, können auch nur die Adresse und nicht den Familiennamen angeben. Hauptsache: Die Klingel ist gut erkennbar. Nicht dass der Nachbar, der vielleicht gar nicht in Halloween-Stimmung ist, wieder gestört wird. Und es dann womöglich Saures gibt.

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