Kommunalwahl im Landkreis FreisingFarbattacke nach Sieg von türkisch-stämmigem CSU-Kandidaten

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Unbekannte Täter haben in der Nacht von Sonntag auf Montag in Neufahrn mehrere Plakate des siegreichen CSU-Kandidaten und künftigen Bürgermeisters Ozan Iyibas mit roter Farbe beschmiert.
Unbekannte Täter haben in der Nacht von Sonntag auf Montag in Neufahrn mehrere Plakate des siegreichen CSU-Kandidaten und künftigen Bürgermeisters Ozan Iyibas mit roter Farbe beschmiert. Quelle: Instagram/ozaniyibas

In Neufahrn bei Freising sind Wahlplakate von Ozan Iyibas mit roter Farbe beschmiert worden, auch der Briefkasten seiner Eltern. Der CSU-Politiker zeigt sich von den mutmaßlich rassistischen Taten nicht eingeschüchtert – im Gegenteil.

Von Francesca Polistina, Neufahrn

Am Sonntagabend verlässt Ozan Iyibas das Rathaus von Neufahrn mit einem breiten Lächeln im Gesicht: Er hat die Stichwahl gewonnen und darf sich bald Bürgermeister der 20000-Einwohner-Gemeinde bei Freising nennen. Der CSU-Kommunalpolitiker sitzt seit 2014 im Gemeinderat, zudem ist er als dritter Bürgermeister tätig. Kommunalpolitik ist seine große Leidenschaft.

Der in Freising geborene Ozan Iyibas gilt als erster CSU-Bürgermeister mit türkischen Wurzeln und alevitischem Glauben. Das ist mutmaßlich der Grund, der einen oder mehrere Unbekannte zu ihrer Tat animiert hat: In der Nacht zu Montag wurden in Neufahrn nach aktueller Zählung fünf Wahlplakate von Iyibas und ein CSU-Infokasten mit einem roten Kreuz beschmiert. Auch der Briefkasten seiner Eltern wurde mit einem großen Kreuz bemalt. Noch am Montagvormittag hat Iyibas bei der Polizei Neufahrn Anzeige erstattet.

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„Dass Plakate und eine Infotafel beschädigt werden, ist für mich schlimm und darf natürlich nicht passieren“, sagt Ozan Iyibas der SZ. „Dass aber auch der Briefkasten meiner Eltern mit einem großen Kreuz beschmiert wird, hat eine andere Qualität“, fügt er hinzu. Eine klare Grenzüberschreitung. Er sei von der mutmaßlich rassistisch motivierten Tat „betroffen“, aber keinesfalls erniedrigt oder eingeschüchtert, sagt Iyibas. „Solche schwierigen Momente haben mich immer stärker gemacht.“

Auf Instagram, wo er viele ermutigende Kommentare bekommen hat, bekräftigt Iyibas, dass er angetreten sei, um „Bürgermeister für alle“ zu sein. „Auch für die, die anders denken. Auch für die, die vielleicht wütend sind. Und ja – auch für die Person, die das getan hat. Wenn wir uns begegnen, werde ich dir in die Augen schauen und mit dir sprechen. Auf Augenhöhe. Mit Respekt. So, wie ich es mir auch von dir wünsche“, schreibt er.

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