Die Pläne für den Bau des neuen Abschiebeterminals am Münchner Flughafen sollen dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FMG im ersten Quartal 2026 vorgestellt werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Leon Eckert hervor. Über die neue Einrichtung sollen künftig bis zu 100 Menschen am Tag in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Zum Vergleich: 2024 wurden aus ganz Bayern etwa 2750 Menschen abgeschoben, deutschlandweit waren es rund 20000.
Dass die FMG im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) eine Abschiebeeinrichtung für abgelehnte oder straffällig gewordene Asylsuchende bauen soll, war im Sommer 2025 bekannt geworden, als die FMG den Bauantrag dafür stellte. Das neue Terminal soll voraussichtlich von 2028 an für mehr als vier Millionen Euro im Jahr an den Bund vermietet und vom Rückführungsdienst der Bundespolizei betrieben werden.
Aktuell wird ein Generalunternehmer gesucht, fünf Bewerber wurden zur Abgabe eines Angebots für die Umsetzung des Projektes aufgefordert. Der erforderliche Antrag auf Planfeststellung soll zeitnah gestellt und das Projekt dann dem Aufsichtsrat der FMG noch im ersten Quartal 2026 vorgelegt werden.
Eckert erneuert seine grundsätzliche Kritik an dem Vorhaben. Der gezielte Ausbau eigenständiger Abschiebestrukturen widerspreche einer humanen und verantwortungsvollen Migrationspolitik. Die enormen Kapazitätsausweitungen seien nicht nachvollziehbar, außerdem werde das Abschiebeterminal „ohne ausreichende Einbeziehung von Kommunen und Anwohnenden geplant“.

