Flughafen MünchenPläne für das Abschiebeterminal werden konkreter

Über den Münchner Flughafen sollen voraussichtlich von 2028 an bis zu hundert Asylsuchende täglich abgeschoben werden.
Über den Münchner Flughafen sollen voraussichtlich von 2028 an bis zu hundert Asylsuchende täglich abgeschoben werden. Marco Einfeldt

Dem Aufsichtsrat der Münchner Flughafengesellschaft werden im ersten Quartal 2026 die finalen Pläne für das neue Rückführungsterminal vorgelegt. Die Kapazität übertrifft die bayernweiten Abschiebungszahlen bei Weitem.

Von Kerstin Vogel, Freising

Die Pläne für den Bau des neuen Abschiebeterminals am Münchner Flughafen sollen dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FMG im ersten Quartal 2026 vorgestellt werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Leon Eckert hervor. Über die neue Einrichtung sollen künftig bis zu 100 Menschen am Tag in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Zum Vergleich: 2024 wurden aus ganz Bayern etwa 2750 Menschen abgeschoben, deutschlandweit waren es rund 20000.

Dass die FMG im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) eine Abschiebeeinrichtung für abgelehnte oder straffällig gewordene Asylsuchende bauen soll, war im Sommer 2025 bekannt geworden, als die FMG den Bauantrag dafür stellte. Das neue Terminal soll voraussichtlich von 2028 an für mehr als vier Millionen Euro im Jahr an den Bund vermietet und vom Rückführungsdienst der Bundespolizei betrieben werden.

Aktuell wird ein Generalunternehmer gesucht, fünf Bewerber wurden zur Abgabe eines Angebots für die Umsetzung des Projektes aufgefordert. Der erforderliche Antrag auf Planfeststellung soll zeitnah gestellt und das Projekt dann dem Aufsichtsrat der FMG noch im ersten Quartal 2026 vorgelegt werden.

Eckert erneuert seine grundsätzliche Kritik an dem Vorhaben. Der gezielte Ausbau eigenständiger Abschiebestrukturen widerspreche einer humanen und verantwortungsvollen Migrationspolitik. Die enormen Kapazitätsausweitungen seien nicht nachvollziehbar, außerdem werde das Abschiebeterminal „ohne ausreichende Einbeziehung von Kommunen und Anwohnenden geplant“.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Geburtshilfe
:„Der Wunsch nach einem Kaiserschnitt nimmt zu“

Beate Hänsel-Giesing war fast 50 Jahre lang Hebamme, zuletzt am Klinikum Freising. Im Gespräch erzählt sie, wie sich der Umgang mit Schmerzen bei der Geburt verändert hat und warum Männer manchmal besser vor dem Kreißsaal bleiben.

SZ PlusInterview von Francesca Polistina

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: