Wirt trifft Entscheidung:Ohne Maske, dafür aber nur 2G

FREISING: QBar führt 2G-Regel ein - v.l.: Johannes Wunner + Daniel Wölfel

Johannes Wunner (l.) und Daniel Wölfel lassen nur noch Gäste nach der 2-G-Regel in die Freisinger Q-Bar.

(Foto: Johannes Simon)

"Jemand muss mal klare Kante zeigen", sagt Wirt Johannes Wunner. Die Freisinger Q-Bar lässt nur noch geimpfte und genesene Personen ein.

Von Gudrun Regelein

Proteste gab es bislang keine. "Im Gegenteil, die Resonanz war sehr positiv, die allermeisten finden das sogar sehr gut. Es gab nur eine kritische Stimme", sagt Johannes Wunner, Inhaber der Q-Bar in der Freisinger Innenstadt. Von diesem Freitag an gilt bei ihm die 2-G-Regel, das bedeutet, dass nur noch Gäste, die geimpft oder genesen sind, Zutritt haben - ein negativer Test dagegen reicht nicht mehr aus. Kontrolliert werde gleich am Eingang.

Die steigende Inzidenz im Landkreis nennt Wunner als einen Grund für diese Entscheidung. "Jemand muss ja mal klare Kante zeigen", sagt er. "Es dümpelt so vor sich hin, aber die Situation wird nicht wirklich besser." Im Herbst und Winter würden die Corona-Zahlen vermutlich eher wieder ansteigen. Für die Gastronomie aber wäre es wichtig, endlich wieder eine Normalität zu haben, betont Wunner. 2 G sei ein wichtiger Schritt, möglichst schnell wieder dorthin zu gelangen.

Als Einschränkung sieht er die Regel nicht, "ich bin ehrlich froh, dass ich das gemacht habe". Er sei zwar der erste Wirt in Freising, der sich für dieses Konzept entschieden habe, aber er erhofft sich davon eine Signalwirkung. "Es wäre schön, wenn sich viele meiner Kollegen mir anschließen würden."

Seine Mitarbeiter stünden zu seiner Entscheidung, sie seien froh darum. Für diese gelte natürlich auch die 2-G-Regelung. "Es gibt schon ein Gefühl von Sicherheit", meint Wunner. In der Q-Bar sei es sehr eng, der Mindestabstand könne dort kaum eingehalten werden. Ansteckungen durch fehlerhafte Selbsttests zumindest seien nicht mehr möglich - seine Gäste und seine Mitarbeiter seien nun bestmöglich geschützt. Auch die Atmosphäre sei viel ungezwungener, schwärmt Wunner. "Ohne Masken und Plexiglasscheiben ist das einfach schöner."

Bedauerlich aber sei, dass das Problem - wie so viele andere auch - von der Politik abgewälzt wurde. "Das wird nun auf dem Rücken von uns Wirten ausgetragen", sagt Wunner. Eine klare Ansage von oben - wie in Österreich geschehen - fehle. "Dort zumindest funktioniert es mit 2-G wunderbar."

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