bedeckt München 15°
vgwortpixel

Sozialwohnungen in Moosburg:Die Miete sinkt mit dem Einkommen

Zur Einweihung der Sozialwohnungen an der Böhmerwaldstraße in Moosburg haben sich am Dienstag (von links) Doris Schmid-Hammer (Regierung von Oberbayern), die Geistlichen Annemarie Fleischmann und Regine Weller sowie Bürgermeisterin Anita Meinelt auf dem Balkon gezeigt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Stadt Moosburg weiht Neubau mit zwölf Wohneinheiten ein. Knapp drei Millionen Euro hat das Gebäude gekostet, fast ein Drittel hat der Freistaat bezuschusst. Die Kaltmiete beginnt bei zehn Euro je Quadratmeter und wird bei Bedarf reduziert.

Bezahlbarer Wohnraum allgemein und nicht zuletzt der Bau von Sozialwohnungen sind ein zentrales Thema im aktuellen Kommunalwahlkampf und werden im Landkreis eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre sein. In Moosburg, wo - wie in vielen anderen Gemeinden - zuvor lange in dem Bereich nicht allzu viel vorangegangen ist, hat man einen Anfang aber schon gemacht. An der Böhmerwaldstraße wurde am Dienstag ein Sozialwohnungsbau mit zwölf Wohneinheiten, den die Stadt dort in den vergangenen eineinhalb Jahren in Eigenregie errichtet hat, offiziell eingeweiht.

Annemarie Fleischmann und Regine Weller als Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche gingen in sämtliche Wohnungen und erteilten dem Haus Gottes Segen, während es der Part von Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU) war, die Fakten zu liefern. Zunächst brachte sie jedoch ihre Freude über "diesen gelungenen Bau" zum Ausdruck. Der sei nicht zuletzt durch die gute Zusammenarbeit mit Planer Martin Janik zustande gekommen: "Wir sind bei den Gesprächen immer wieder aufeinander zu gegangen, damit das Beste für die zukünftigen Bewohner herauskommt." Ihr Dank galt auch Doris Schmid-Hammer von der Regierung von Oberbayern, mit deren Hilfe man schließlich einen Zuschuss in Höhe von 858 900 Euro vom Freistaat Bayern bekam. "Das nächste Projekt ist schon im Anschlag - wir kommen wieder", kündigte Meinelt an.

Die Wohnungskaltmieten liegen, je nach Einkommensstufe, zwischen acht und zehn Euro pro Quadratmeter

Die Gesamtbaukosten für das Vorhaben belaufen sich auf 2,97 Millionen Euro inklusive Grunderwerb und Altbestandsbeseitigung. Der Neubau wurde auf einem 905 Quadratmeter großen Grundstück errichtet. Er besteht aus Kellergeschoss, Erdgeschoss, einem Ober- und dem Dachgeschoss. Das Gebäude hat eine Gesamtvolumen von etwa 4310 Kubikmetern und im Keller eine Nutzfläche von 296 Quadratmetern. Jede Wohnung besitzt im Keller ein Abteil mit rund 6,5 Quadratmetern. Zudem steht den Mietern ein Fahrradabstellraum für zirka 17 Fahrräder sowie ein Kinderwagenraum zur Verfügung, die über die Kelleraußentreppe zu erreichen sind. Weitere Fahrradstellplätze gibt es vor den Haustüren.

Die zwölf Wohneinheiten sind für Singles und Familien gleichermaßen ausgerichtet. Die Gesamtwohnfläche beträgt 598 Quadratmeter. Es gibt zwei Ein-Zimmer-Wohnungen mit je 33 Quadratmetern, sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 44 bis 48 Quadratmetern und vier Drei-Zimmer-Wohnungen mit je 64 Quadratmetern. "Gestaffelte Mieten ermöglichen eine Mischung von Mietern mit unterschiedlichen Einkommensverhältnissen", so die Bürgermeisterin. Die Ausgangslage bilde eine Wohnungskaltmiete von zehn Euro pro Quadratmeter, die für so genannte Wohnberechtigungsscheininhaber zeitlich befristet für drei Jahre abgesenkt werden kann. Nach Ablauf dieser Zeit muss ein neuer Wohnberechtigungsschein vorgelegt werden. Die Kaltmiete beträgt für Wohnberechtigungsscheininhaber der Einkommensstufe I acht, für die der Einkommensstufe II und III neun Euro pro Quadratmeter. "Die Mietpreise entsprechen den festgelegten Mieten, die auch im Fall des Bezuges von Arbeitslosengeld II vom Jobcenter übernommen werden."

Der Stadtratsbeschluss für den Kauf des Grundstücks fiel im November 2014. Nachdem eine neue Bleibe für die Mieter des Bestandsgebäudes gesucht worden war, folgte dessen Abriss. Im März 2017 schlossen sich die Auftragsvergabe und der Planungsbeginn durch das Büro Ebe - Ausfelder - Partner aus München an. Nach der Baugenehmigung im Februar 2018 begannen im Juni 2018 die Arbeiten.

© SZ vom 19.02.2020/lada
Bezahlbares Wohnen Jugendpolitik im Furtnerbräu: Von Mietpreisbremse bis Enteignung

Wohnen

Jugendpolitik im Furtnerbräu: Von Mietpreisbremse bis Enteignung

Etwa 30 Jugendliche diskutieren mit Politikern im Furtnerbräu über bezahlbaren Wohnraum in Freising.   Von Nadja Tausche

Zur SZ-Startseite