Freising macht das Rennen VW-Konzern baut ein Schulungszentrum

Der Vertrag für den Kauf eines gut 13 000 Quadratmeter großen Grundstücks in den Clemensängern ist unter Dach und Fach - schon im Sommer ist der Spatenstich.

Von Kerstin Vogel

Der Volkswagenkonzern baut im Freisinger Gewerbegebiet Clemensänger ein neues Schulungs- und Qualifizierungszentrum für die Bereiche Verkauf und Service im Raum München und Bayern. Unter anderem soll dort die Fortbildung von Mechatronikern durchgeführt werden. Wie Oberbürgermeister Dieter Thalhammer am Dienstag im Hauptausschuss meldete, ist der Vertrag für den Kauf eines gut 13 000 Quadratmeter großen Grundstücks unter Dach und Fach. Laut Thalhammer gab es einige "Konkurrenten" im Werben um das Schulungszentrum, darunter auch andere Gemeinden aus dem Landkreis Freising.

Zum Kaufpreis will sich der OB nicht äußern. Den vollen Preis von 285 Euro pro Quadratmeter, der laut Gutachterausschuss in den Clemensängern verlangt werden müsste, muss Volkswagen jedoch nicht bezahlen: Zuschnitt und Lage des Grundstücks, das östlich von Sanitär Heinze und südlich der Firma ATU liegt, rechtfertigen laut Thalhammer einen "gewissen Abschlag". Die Verhandlungen seien "hart" gewesen, umso erfreulicher sei, dass die Stadt Freising das Rennen gemacht habe. "Und der Verkehrswert ist, was man zum Zeitpunkt des Verkaufs maximal erlösen kann, das habe ich schon immer gesagt."

Spatenstich für das neue VW-Qualifizierungszentrum soll im Sommer dieses Jahres sein, wie Unternehmenssprecherin Christina Peternek am Mittwoch bestätigte. Fertig werden wolle man Mitte 2013. Wie das Gebäude einmal aussehen wird, davon könnten sich die Freisinger theoretisch schon ein wenig früher in Berlin-Ludwigsfelde überzeugen. Dort baut Volkswagen seit Dienstag für rund 7,2 Millionen Euro ein ähnliches Zentrum, das Ende des Jahres in Betrieb genommen werden soll. Da der in Freising geplante Bau mit zehn statt sieben Trainingsbereichen noch größer geplant ist als das Pendant in Ludwigsfelde, erwartet Peternek möglicherweise auch noch höhere Investitionskosten.

Genaueres könne sie dazu jedoch noch nicht sagen, so die Unternehmenssprecherin, ebenso wenig wie zu der Zahl der Arbeitsplätze. Zu den Argumenten, die am Ende den Ausschlag für Freising gegeben haben, gehörten laut einer Pressemitteilung von VW neben der guten Anbindung an die lokale Verkehrsinfrastruktur auch die ausreichenden Hotelkapazitäten im direkten Umfeld. Hotelbetten werden tatsächlich gefragt sein, denn zu den 20 Mitarbeitern, die nach Informationen von Stadtbaudirektor Gerhard Koch ständig in dem Schulungszentrum arbeiten werden, kommen rund 100 "Schüler", die dort jeweils in Drei-Tage-Intervallen aus- und fortgebildet werden. Koch zeigte sich am Mittwoch aus städtebaulicher Sicht zufrieden mit den Planungen von VW - und er verspricht sich von der Ansiedlung des Konzerns in den Clemensängern "auch eine gewisse Signalwirkung für die eine oder andere Firma aus dem Automobilsektor".