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Freisinger THW rückt aus:Suche nach vermisster Person

Drohne bei der Feuerwehr

Mit Hilfe von Wärmebildern können Drohnen vermisste Personen aufspüren (Symbolbild).

(Foto: dpa)

Der Drohnentrupp des THW Freising war in Landshut im Einsatz.

Von Kerstin Vogel, Freising

Der Drohnentrupp des Technischen Hilfswerks (THW) Freising ist am Samstag nach Landshut ausgerückt, um die dortigen Rettungskräfte bei der Suche nach einem Vermissten zu unterstützen. Der "Trupp Unbemannte Luftfahrsysteme" - so die offizielle Bezeichnung - war um 14.16 Uhr alarmiert worden. Zu diesem Zeitpunkt dauerte die Suche nach einem 66-Jährigen aus Ergolding bereits seit den Morgenstunden an.

Weil nicht feststand, wo genau sich der Mann zuletzt aufgehalten hatte, wurden die angrenzende Isar und die anliegenden Felder großflächig abgesucht. Der Bereich, in dem der Vermisste vermutet wurde, erstreckte sich über mehrere Quadratkilometer, so dass schließlich zusätzlich zum Polizeihubschrauber und der Rettungshundestaffel auch der Freisinger Drohnentrupp angefordert wurde.

Gegen 15 Uhr trafen die Freisinger Drohnenprofis unter Leitung von Truppführer Felix Willert an der Einsatzstelle ein. Nach kurzer Lagebesprechung wurde ein erster Abschnitt entlang des Isarspitzes Richtung Stausee Altheim bis zum Wasserkraftwerk abgesucht, mit Hilfe der Drohne wurden Boote zu Objekten, die eine Wärmesignatur ausstrahlten, geleitet, wie es in einem Einsatzbericht der Freisinger THW heißt. Mit Hilfe der an der Drohne verbauten Wärmebildkamera könne man selbst auf dem Wasser kleinste Temperaturunterschiede feststellen, so die Erklärung. Die Drohne habe dabei eine Strecke von sechs Kilometern zurückgelegt.

Weil die Suche entlang der Isar und des Stausees ergebnislos geblieben sei, sei den Freisingern gegen 16.30 Uhr ein weiterer Einsatzabschnitt zum Absuchen zugeteilt worden. Hier galt es, angrenzende Felder und Gehölze mittels "Misson Flight" abzusuchen, so der Bericht des THW weiter: "Hierbei gibt man der Drohne einen Bereich vor, den sie abfliegen soll, und die Drohne fliegt diesen automatisch in Linien ab und fertigt davon überlappende Bilder, die man später sogar kartografieren kann." Nachdem auch diese Suche ergebnislos blieb, wurden die Freisinger Kräfte zunächst aus dem Einsatz entlassen - die erneute Alarmierung in der Nacht, mit der man schon gerechnet hatte, blieb jedoch aus: Der vermisste Mann war gegen 20.40 Uhr lebend gefunden worden.

© SZ vom 28.07.2020/nta

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