Die neuen Fraktionssprecherinnen der Grünen im Kreistag treten "in große Fußstapfen". So formulierte es Joana Bayraktar während eines Pressegesprächs der Grünen. Sie und Sabina Brosch treten die Nachfolge von Claudia Bosse und Toni Wollschläger an. "Ohne Claudia und Toni wären wir nicht da, wo wir heute stehen", lobte sie ihre Vorgänger. Deren kontinuierliche Arbeit im Kreistag will sie fortsetzen. Ganz oben auf ihrer Agenda steht der Klimaschutz. "Da möchten wir Impulsgeber sein", betonte Joana Bayraktar.
Ihre Co-Sprecherin Sabina Brosch sprach von einer komfortablen Ausgangsbasis, welche die Grünen im Kreistag hätten. Diese Grundlagen will sie weiter entwickeln. Sabina Brosch hat für die Grünen bereits einen Sitz im Ausschuss für demografische und soziale Fragen inne. Am Herzen liegen ihr neben dem Klimaschutz der demografische Wandel und der Neubau des Frauenhauses in Freising.
Ein Sozialpass soll Bezieherinnen und Beziehern von sozialen Leistungen zu Gute kommen
Sabina Brosch verwies darauf, dass der Landkreis und seine Gemeinden "Hometown" für die Mannschaft aus Kenia sein wird, die im kommenden Jahr an den Special Olympics in Berlin teilnimmt. Der entsprechende Antrag dazu kam von ihrem Parteikollegen Robert Wäger. Dies sei ein wichtiger Beitrag, die Inklusion in den Kommunen voranzutreiben, betonte sie. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Einführung eines Sozialpasses. Der soll es Bezieherinnen und Beziehern von sozialen Leistungen ermöglichen, am öffentlichen Leben teilzunehmen, ohne sich mit vielen Formularen auseinandersetzen zu müssen.
Stellvertreter des Sprecherinnen-Duos ist Michael Stanglmaier, der im Gegensatz zu Joana Bayraktar und Sabina Brosch schon lange für die Grünen im Kreistag sitzt. Gerhard Petz sei bereits "sein fünfter Landrat", sagte er. Auch für ihn ist der Klimaschutz und die Energiewende das große Thema. Schwerpunktmäßig wollen sich die Grünen demnächst um nachhaltiges Bauen kümmern und entsprechende Anträge stellen. Denn auf der einen Seite gebe es die Energie zum Unterhalt von Gebäuden, auf der anderen Seite aber "die graue Energie" die in ihnen steckt. Auch sei es nachhaltiger etwa Holz auf Baustoff zu verwenden. Ein wenig Kritik musste aber ebenso sein. Stanglmaier rügte, dass die Grünen bereits im Januar einen Antrag auf ein Klimaanpassungskonzept gestellt hätten. Mit dem soll sich der Landkreis auf den Klimawandel vorbereiten. Bislang sei aber nichts geschehen, monierte Stanglmaier.