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Freising:Kreative Idee allein reicht nicht

Bei der Messe "Existenz 2016" erfahren Firmengründer, wie man sorgfältig plant und welche Zuschüsse es gibt

Von Matthias Weinzierl, Freising

30 Prozent aller Unternehmensgründungen gehen innerhalb der ersten drei Jahre schief. Nach fünf Jahren besteht nur noch die Hälfte der Firmen. Wenn man sich allerdings vor der Existenzgründung gut informiert und beraten lässt, liegt die Wahrscheinlichkeit, zumindest nach drei Jahren nicht schon wieder aufgeben zu müssen, bei 95 Prozent.

Aus diesem Grund wurde 1998 der Aktions- und Informationstag für Existenzgründer und Jungunternehmer ins Leben gerufen. Dieses Jahr laden die Wirtschaftsförderungen der Landkreise Freising und Erding, die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer am Samstag, 12. März, von 9 Uhr bis 15.30 Uhr ins Freisinger Landratsamt ein, um unter dem Motto "Existenz 2016 - die Gründermesse" jungen Unternehmern den Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern.

Neben Vorträgen zu Themen wie "Gründungsformalitäten - ein roter Faden" oder "Öffentliche Finanzierungshilfen für Existenzgründer" stehen an Informationsständen einige Spezialisten mit hilfreichen Ratschlägen bereit.

"Eine kreative Geschäftsidee allein reicht nämlich nicht auf dem Weg in die Selbstständigkeit", meint Claudia Betz, Wirtschaftsförderin des Kreises Freising. Für eine professionelle Umsetzung sei ein gewisses Maß an Hintergrundwissen von Nöten. Um dieses Wissen zu gewinnen, könnten die vielfältigen Informationen auf der Messe nützlich sein.

Martin Reiter, der Kreishandwerksmeister, hält Qualifikation, Information und sorgfältige Planung für die Schlüssel zur erfolgreichen Existenzgründung. Zwar sei das Handwerk im Landkreis einer der größten Steuerzahler und der größte Ausbilder, doch seien es besonders Existenzgründungen, die mit neuen innovativen Ideen für frischen Wind im gesamtwirtschaftlichen Strukturwandel sorgten. Die Messe könnte ein guter Einstieg sein für diesen bedeutenden Schritt im Leben.

Der "typische" Gründer in Deutschland, so Hans-Joachim Jäger, Mitglied des IHK-Gremiums Erding-Freising, sei laut aktuellen Studien männlich, zwischen 25 und 45 Jahre alt und gründe sein neues Unternehmen ohne Mitarbeiter. Auch sei es eine bewährte Praxis, bei seiner Anstellung weniger zu arbeiten und dafür nebenbei ein eigenes Geschäft aufzubauen. Aus den Gründungsberatungen der IHK vor Ort gehe allerdings hervor, dass die Jungunternehmer gerade zu Beginn mit Bürokratie, Steuern und Finanzierung Probleme hätten. Auf diese vielschichtige Problematik ziele die Gründermesse ab.

Der Eintritt bei der Existenz 2016 ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr Informationen und das Programm können im Internet unter www.muenchen.ihk.de/freising abgerufen werden.

© SZ vom 20.02.2016

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