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Kommunalwahl in Kranzberg:Kranzberger Gemeindeliste: "Am Puls der Zeit"

Die Kranzberger Gemeindeliste stellt sich für die Kommunalwahl auf. Sie will mehr miteinander in der Politik ihrer Gemeinde.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Kranzberger Gemeindeliste nominiert einen jungen Spitzenkandidaten. Ziel ist auch eine andere Arbeitsweise im Gemeinderat.

"Vor der Wahl liegt ein gewisser Zauber in der Luft", sagte Martin Oberprieler zu Beginn der Aufstellungsversammlung der Kranzberger Gemeindeliste (KGL). Passend dazu setzte er sich einen Zylinder auf, der später beim Einsammeln der Stimmzettel gute Dienste leistete. Die Liste der Gemeinderatskandidaten, die Oberprieler am Dienstagabend im Gasthaus zum Löwen in Gremertshausen präsentierte, war allerdings weniger Zauberwerk als das Ergebnis vieler Gespräche. Die KGL hat sich für einen sehr jungen Spitzenkandidaten entschieden, Rudolf Wildgruber ist 29 Jahre alt. Auf einen Bürgermeisterkandidaten verzichtet die Gruppierung.

Es sei wichtig, dass junge Leute im Gemeinderat vertreten seien und Verantwortung übernähmen, sagte Oberprieler. Vor zwölf Jahren habe er diese Chance bekommen. Nun wolle er sie anderen bieten. "Junge Leute sind jeden Tag vorn dabei im Gemeindeleben" - etwa in den Elternbeiräten. "Sie sind am Puls der Zeit." Derzeit stellt die KGL fünf Gemeinderatsmitglieder, Anton Westermeier und Wolfgang Badhorn treten bei der Kommunalwahl im März nicht mehr an. Sebastian Ströhl steht auf Platz drei der Liste, Martin Oberprieler auf Rang zehn, Florian Vierthaler auf dem letzten, dem 16. Platz. Oberprieler gab auch einen Rückblick auf die Gemeinderatsarbeit der vergangenen sechs Jahre.

Nach der Wahl 2014 stellte die Kranzberger Gemeindeliste den Zweiten Bürgermeister

Diese seien "sehr intensiv und sehr anstrengend" gewesen, die Ernte könne man jetzt einfahren. Nach der Wahl 2014 stellte die Kranzberger Gemeindeliste als zweitstärkste Fraktion mit Anton Westermeier den Zweiten Bürgermeister. Die Zusammenarbeit habe sich jedoch "als sehr schwierig herausgestellt", sagte Oberprieler und meinte damit die Freie Wählergemeinschaft um Bürgermeister Hermann Hammerl, ohne diese direkt zu erwähnen. Westermeier sei nach "vielen Versuchen" letztlich gescheitert und zurückgetreten. Sein Nachfolger Anton Hierhager (SPD) tue sich mittlerweile ebenfalls schwer, die Zusammenarbeit sei "holprig".

Gegipfelt seien die Schwierigkeiten in der Diskussion um die Mittagsbetreuung an der Schule. Nach einem Grundsatzbeschluss für einen Anbau sei ein Jahr vergangen, in dem wenig passiert sei. Im September 2019 sei der eigene Bauantrag der Gemeinde dann mit den Stimmen der FWG abgelehnt worden. Damals sei man vor einem Scherbenhaufen gestanden, kritisierte Oberprieler. Nach einem Ortstermin gab es im Dezember dann aber doch ein einstimmiges Votum für einen Anbau.

Die Bewerber

1. Rudolf Wildgruber, 2. Elfriede Kerschl, 3. Sebastian Ströhl, 4. Silke Fox, 5. Markus Wildgruber, 6. Isabell Schneweis-Fleischmann, 7. Konrad Neumair, 8. Michael Heintschel, 9. Andreas Zelzer, 10. Martin Oberprieler, 11. Thomas Hamacher, 12. Christoph Berger, 13. Simon Altmann, 14. Verena Siehr, 15. Anton Seidenberger, 16. Florian Vierthaler. Ersatz: Eva Oberprieler, Daniella Ströhl. SZ

Das Miteinander soll im Gemeinderat im Vordergrund stehen

Nach dieser Auseinandersetzung seien viele Kranzberger zu ihm gekommen und hätten gesagt: "Wir brauchen wieder eine andere Arbeitsweise." Das Miteinander müsse im Vordergrund stehen. Ein weiteres Beispiel sei der Kranzberger See, eine "Perle am Ort". Auch hier sei nach einem Antrag, das Jubiläum zu feiern, ein Jahr lang nichts passiert. Dann sei Hierhager als Organisator "in die Bresche gesprungen", damit das Seefest stattfinden konnte. Oberprieler verglich die Arbeit im Gemeinderat mit einem Fußballspiel: "Die Hälfte der Mannschaft schießt auf das eigene Tor, wir haben aber trotzdem gewonnen", betonte er. Er wolle aber nicht nachtreten, jetzt müsse man in die Zukunft schauen.

Der Kandidatenliste stimmten alle 22 Wahlberechtigten zu. Rudolf Wildgruber sagte bei der Vorstellungsrunde, dass durch ihn der Nachwuchs eine Stimme im Gemeinderat bekomme. Elfriede Kerschl, die auf Platz zwei kandidiert, hob hervor, dass ihr eine gesunde Wirtschaftsstruktur und eine gute Infrastruktur für Familien wichtig sei. "Wir brauchen bessere Busverbindungen", unterstrich sie. Sebastian Ströhl, seit zwölf Jahren im Gemeinderat, sagte, er wolle die jungen Kräfte unterstützen. Das Gros der Kandidaten ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, vier Frauen bewerben sich auf der KGL-Liste um einen Sitz, drei davon sind unter den ersten sechs Kandidaten.

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